Mo, 23. April 2018

Lokalaugenschein

18.05.2012 14:51

Die "Krone" zu Besuch in KHGs Luxus-Wohnung

Viele Mythen und Gerüchte ranken sich mittlerweile um das Penthouse von Karl-Heinz Grasser und Fiona Pacifico Griffini-Grasser vulgo Swarovski. Die "Krone" hat die Elf-Millionen-Bleibe besichtigt: Ein Lokalaugenschein in Österreichs berühmtester Dachwohnung.

Dachgeschoßwohnung umständehalber abzugeben: Die Besitzer wollen künftig mehr Zeit auf ihren anderen Wohnsitzen in Kitzbühel, am Wörthersee und in Capri verbringen. Die Nachricht, dass Karl-Heinz Grasser und seine Fiona ihr sagenumwobenes Appartment an der Ringstraße verkaufen wollen, machte schnell die Runde, die "Krone" durfte das Objekt jetzt besichtigen.

Wie also sieht eine Wohnung aus, für die der Nachfolger elf Millionen Euro hinblättern muss? Ablöse, wohlgemerkt, denn die Immobilie ist nicht zu kaufen, sondern nur um 6.000 Euro im Monat bis 2099 zu mieten ("Leasehold" heißt das im Branchenjargon). "Wir haben sehr viel investiert", betont Grasser, schon ganz aufs Verkaufen eingestimmt, "das war nichts als ein Rohdachboden. Wir haben das Dach abgetragen und ein Penthouse draufgesetzt." Der Ex-Finanzminister empfängt uns ganz entspannt im weißen Leinenhemd. Er hat einmal Pause von Einvernahmen und Vorladungen...

Blick auf Wiens schönste Seiten
Architekt Günther Domenig schuf einen Entwurf, der die Lage voll auskostet: Blick auf das Kunsthistorische Museum, die Hofburg, den Stephansdom – fast die gesamte Außenfläche ist mit verschiebbaren Glaswänden umgeben und wurde außerdem von der historischen Balustrade etwas abgerückt, sodass eine 80-Quadratmeter-Rundum-Terrasse auf Wohnebene entstand. Die eigentliche Dachterrasse liegt noch eine Ebene drüber, die haben die Grassers aber trotz Swimmingpool und Outdoorkitchen kaum benutzt (wohl wegen Capri und Sardinien und so). Vier Schlafzimmer (jedes mit eigenem Bad), "und der Rest der 420 Quadratmeter ist Wohnen". Und weil Menschen, die elf Millionen für ein Penthouse hinblättern, sich selten das Frühstück selber machen, gehört eine zweite Wohnung fürs Personal fix dazu, 160 Quadratmeter, im Geschoß darunter.

Aber der wahre Luxus liegt im Detail: In die Decke wurden gläserne Bahnen eingelassen, durch die Tageslicht dringt. Man kann sie aber auch per Fernbedienung schließen. Die Fernseher sind unsichtbar im Boden versenkt und tauchen auf Knopfdruck auf wie in einem James-Bond-Film. Madame Swarovskis Boudoir ist so groß (und so bestückt) wie eine noble Innenstadtboutique. Der doppelte Boden lässt sich öffnen, darunter lagern Hunderte Paar Schuhe.

Tapeten aus England, Raumteiler aus Gold
Auf dem Boden liegen seidigmatte, topinamburgraue Cotto-Fliesen. Die Wände sind zum Teil in Stuccolustro bemalt, außerdem ließ Interieur-Designerin Fiona extra Tapeten-Spezialisten aus England einfliegen. Sie affichierten schließlich von Hand hergestellte Papierbahnen, deren Oberflächen an die Haut von Rochen erinnern: "Fiona wollte kein Leder, sie ist Tierschützerin."

Weil "Lady Kristall" im Stilmix aus Alt und Neu – die Couchtische stammen von Yves Klein, die Sessel am Esstisch sehen aus wie direkt aus Versailles – auch Elemente der Secession vertreten haben wollte, wurde ein Raumteiler in Klimt-Manier zur Gänze mit Goldstaub besprüht. Das Licht, das aus einem gläsernen, Bonsaibaum-bestandenen Innenhof herüberstrahlt, lässt die winzigen Partikel glitzern. "24 Karat", betont KHG und streicht mit der Hand zart über die Wand, "aber man merkt es kaum, meine Frau wollte, dass es kostbar, aber nicht protzig wirkt."

Luxus-Maklerbüro Christie's vermittelt Grasser-Wohnung
Für die Suche nach einem Käufer haben die Grassers Christie's International Real Estate beauftragt. "Wir bieten sie international an", sagt deren Österreich-Repräsentant Leo Hohla, "eine Dachwohnung in zentraler Lage von dieser Qualität – da gibt es auch in London, Paris oder New York nicht viel Vergleichbares." Na ja, wer genug Geld hat, kann natürlich auch dort fündig werden. Bei Christie's gibt's zum Beispiel ein Penthouse in Paris, direkt am Quai d'Orsay, Blick auf die Seine, den Eiffelturm und den Arc de Triomphe – 765 Quadratmeter um 42,5 Millionen.

Dagegen ist das Apartment im 90. Stock des Trump Towers in New York (Blick auf den East River und auf Brooklyn und überhaupt fast überallhin) mit umgerechnet 15,3 Millionen Euro geradezu wohlfeil, immerhin erstreckt es sich auch auf 504 Quadratmeter und wird nach amerikanischer Art rund um die Uhr von Concierges und Securitys betreut. Am tiefsten in die Tasche greifen muss freilich, wer in London luxuriös absteigen will. Richtig gute Wohnungen kosten dort locker 90.000 Euro. Pro Quadratmeter.

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