Fr, 20. April 2018

Mit 95.000 € im Minus

17.05.2012 19:05

Lotto-Millionär aus OÖ in Schuldenfalle getappt

Im Jahr 2001 hat ein alleinerziehender Lagerarbeiter aus Schwanenstadt in Oberösterreich zehn Millionen Schilling im Lotto gewonnen. Jetzt, elf Jahre später, soll sein Haus zwangsversteigert werden. Ein Finanzberater hat den nichts ahnenden Günther Schernthaner. in den finanziellen Abgrund beraten. Der Verein für Konsumenteninformation will einen Musterprozess gegen die Versicherung und die beteiligte Bank führen.

Zehn Millionen Schilling (726.728 Euro) hat der alleinerziehende Vater von drei Kindern im Jahr 2001 im Lotto gewonnen. Mit drei Millionen davon machte er das, was jeder machen würde. Er erfüllte sich und seiner Familie die sehnlichsten Wünsche: eine Reise nach Disney World, ein Swimmingpool im Garten und ein Heimkino. Drei Millionen investierte er in eine Rente, die er sich während der vergangenen Jahre auszahlen ließ. Davon lebte der 55-Jährige. Die restlichen vier Millionen wollte er in sein Haus stecken.

"Wollte mich und meine Kinder doch nur absichern"
Da begann die Abwärtsspirale. Ein Finanzberater einer bekannten Versicherung sagte ihm: "Das Geld ins Haus zu stecken, wäre falsch. Nehmen Sie einen Fremdwährungskredit auf und legen Sie die vier Millionen bei einem Tilgungsträger an. In zehn Jahren haben sie doppelt so viel", hieß es. "Ich wollte mich und meine Kinder doch nur für die Zukunft absichern", erklärt Günther Schernthaner.

VKI strengt Musterprozess an
Schernthaner ist Lagerarbeiter und kein Finanzexperte. Er glaubte dem Zahlenjongleur. Deshalb ist der ehemalige Gewinner nun auf der Verliererseite. Mittlerweile hat er 95.000 Euro Schulden angehäuft. Sein Haus soll zwangsversteigert werden. Für den VKI liegt eine eklatante Fehlberatung vor. Der Verein will einen Musterprozess führen, wenn man sich nicht außergerichtlich einigen kann.

Günther Scherntahner ist am Freitag, 21.20 Uhr, bei "Ein Fall für Resetarits" in ORF 2 zu Gast.

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