Di, 24. April 2018

Bilanz nach 139 Tagen

17.05.2012 18:52

"Nicht genügend" für Rettungsgasse - Strafen drohen

Die Bilanz nach 139 Tagen Rettungsgassen-Pflicht fällt ernüchternd aus. Einsatzfahrzeuge, denen der Weg zum Unfallort versperrt wird, freche Touristen, die sich vorschwindeln. Laut OEKONSULT-Umfrage ignoriert die große Mehrheit der Lenker die Regeln.

Eigentlich sollte alles ganz einfach funktionieren. Wenn es auf den heimischen Autobahnen oder Schnellstraßen einmal kracht, müssten jene Lenker, die sich auf der linken Spur befinden, links an den Rand fahren, alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten nach rechts ausweichen. Sollten. Denn auch 139 Tage nach der Einführung der Rettungsgasse haben sich die Regeln im Ernstfall nicht wirklich durchgesetzt, wie diverse Videos auf der Website von OEKONSULT verdeutlichen – oder sie werden gar bewusst ignoriert. Pkws, die den Einsatzfahrzeugen den Weg versperren, sind längst keine Seltenheit.

"Verkehrsteilnehmer fühlen sich nicht genug aufgeklärt"
Auch unwissende (oder doch nur freche) Touristen, die die plötzliche Lücke ausnützen wollen und in der Mitte der sich dann doch zögerlich bildenden Rettungsgasse durchrasen, lassen das Temperament der Österreicher hochgehen. "Die meisten Verkehrsteilnehmer fühlen sich auch nicht genug aufgeklärt", analysiert Kristin Allwinger vom OEKONSULT-Institut.

30 Prozent beurteilen das Projekt mit "Nicht genügend"
Die Befragung von 1.313 Österreichern im Detail: 90 Prozent der Befragten wissen, dass sie im Fall des Falles eine Rettungsgasse bilden sollten, in der Praxis scheitert das Unterfangen dann aber oft kläglich. Nach wie vor halten sich (falsche) Mythen, dass etwa Taxis, Regierungsfahrzeuge oder Autobusse den freien Streifen benützen dürften. 30 Prozent der Befragten würden dem Projekt bisher die Note "Nicht genügend" ausstellen, 35 Prozent "Genügend".

Mit der Schonfrist ist es nun jedenfalls vorbei. Während bisher auf Aufklärung gesetzt wurde, wird ab sofort rigoros gestraft. Vielleicht lassen sich einige Verkehrsteilnehmer so bekehren.

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