Mo, 20. November 2017

‚Habe mich getrennt‘

16.05.2012 08:48

Verletztes Baby in Salzburg: Mutter sprach mit „Krone“

Im Fall von Baby Hannah-Elena in Salzburg hat das Gericht nun eine Tat-Rekonstruktion angeordnet. Wie berichtet, steht der Verdacht der Misshandlung im Raum, nachdem das neun Monate alte Kleinkind mit zwei gebrochenen Oberschenkeln ins Spital gebracht wurde. Die "Krone" sprach mit der Mutter (25) über die Vorwürfe.

Den Muttertag hat die 25-jährige Nici J. aus der Stadt Salzburg noch in wundervoller Erinnerung. "Wir waren in Hellbrunn spazieren. Die Pflegeeltern, meine Mutter, Hannah und ich. Es war ein sehr schöner Tag", ringt die junge Mutter trotzdem mit den Worten. Derzeit ist ihre kleine Tochter nämlich in der Obsorge des Jugendamtes und lebt bei Krisen-Pflegeeltern in Salzburg. Alle zwei Tage darf Nici J. ihr Mädchen sehen. "Die Familie kümmert sich sehr lieb um Hannah", ist sie beruhigt.

Ende April kam Nici J. mit Hannah ins Kinderspital. Dort konfrontierten sie die Ärzte mit dem schweren Verdacht der Kindesmisshandlung. Hannah hatte zwei gebrochenen Beine, dazu einen blauen Fleck im Gesicht, der laut Ärzte einem Handabdruck ähnelte. Sofort griffen alle behördlichen Maßnahmen.

"Ich bin überzeugt, es klärt sich alles auf"
Die Mutter im "Krone"-Interview: "Am Anfang war es im Krankenhaus sehr schlimm, weil jeder schief geschaut hat. Aber dann haben sich alle sehr rührend um meine Tochter gekümmert. Seither lebe ich in einem Albtraum aber ich bin überzeugt, es klärt sich alles auf", versucht sie trotz der Last der Vorwürfe optimistisch zu bleiben. Derzeit gilt sie nämlich rein rechtlich als Beschuldigte. Genauso wie ihr Ex-Freund, mit dem sie nach der Geburt ihrer Tochter am 8. August 2011 einige Monate zusammen war. "Ich habe mich getrennt. Ich vertraue ihm nicht mehr."

Zu tief sind ihre seelischen Wunden nach den jüngsten Ereignissen. Als sie die Wohnung in der Stadt Salzburg nur für eine halbe Stunde Jogging verließ und Hannah bei ihrer Rückkehr weinend mit einem blauen Fleck im Gesicht im Gitterbett stand. "Sie ist gegen das Gitter gefallen", soll ihr Freund gesagt haben. Oder als sie nach einem heftigen Streit mit ihrem Lebensgefährten mit ihrem Baby bei der Nachbarin Unterschlupf suchte. Oder als sie nur einen Tag später auf der Couch lag und ihr Freund mit dem weinenden Baby am Arm zu ihr kam und sagte, dass es "gestürzt" sei.

Tatrekonstruktion angeordnet
"Er war immer sehr lieb, warum sollte ich ihm misstrauen", hat sie ihrem Partner stets geglaubt. Bis zu dem Tag, als die Ärzte ihr die Wahrheit sagten. "An so etwas denkt man doch nicht", ist Nici J. nachdenklich.

Nun schickt er ihr Nachrichten aufs Handy und Liebesbriefe: "Hätte ich doch nur von Anfang an die Wahrheit gesagt", schrieb er. Nici J. entgegnet: "Aber ich brauchte diesen Schnitt!" Die Erinnerungen werden aber wieder kommen: Das Gericht ordnete eine Tat-Rekonstruktion in der Wohnung an. "Wir gehen davon aus, dass es zu keinem Verfahren gegen die Mutter kommen wird", sagt Verteidiger Stefan Rieder (Bild). Nici J.: "Ich hoffe, es löst sich alles bald auf und ich kann meine Tochter wieder im Arm halten. Sie ist mein Ein und Alles."

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