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15.05.2012 22:48

Hollande nach Blitzschlag bei Merkel in Berlin

So hat sich Francois Hollande seine erste Reise nach Berlin als neuer französischer Präsident sicher nicht vorgestellt. Der 57-Jährige startete am Dienstagnachmittag in Paris bereits mit Verspätung zum Treffen mit der deutschen Kanzlerin - und dann wurde sein Flugzeug auch noch vom Blitz getroffen. Die Maschine musste umkehren, doch der Sozialist ließ sich vom Wetter nicht abhalten und startete kurz darauf erneut Richtung Berlin, wo das erste Treffen mit Angela Merkel relativ unspektakulär verlief.

Merkel betonte bei dem Treffen die Wichtigkeit der deutsch-französischen Freundschaft. Die beiden Länder wüssten um die Bedeutung der Beziehung für die Entwicklung in Europa, so Merkel. Daher solle diese Verbindung nun auch ausgebaut werden. Obwohl sie und der Sozialist Hollande unterschiedlichen Parteienfamilien angehörten, heiße das "ja nicht, dass wir nicht zusammenarbeiten können". Sie und Hollande würden "auf jeden Fall gute Lösungen finden. Das ist eine lange Erfahrung in Europa".

Zusammenarbeit zum Wohle der Euro-Zone
Merkel kündigte auch an, dass sie zusammen mit Hollande für den EU-Gipfel Ende Juni gemeinsame Vorschläge für eine Wachstumsstrategie in Europa vorlegen wolle. Dies sei das gemeinsame Ziel, sagte die deutsche Kanzlerin. Zugleich betonte sie, dass Frankreich und Deutschland für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone seien.

Auch der neue französische Präsident kündigte an, mit Merkel und anderen europäischen Staaten zum Wohle der Euro-Zone zusammenarbeiten zu wollen. Zugleich betonte Hollande, Griechenland sollte wissen, dass Europa bereit sei, Schritte zu unternehmen, um die griechische Wirtschaft zu unterstützen.

Es sei sein sowie Merkels Wunsch, dass das Mittelmeerland in der Währungsunion bleibe. Er hoffe, dass die Neuwahlen am 17. Juni zeigten, dass die Wähler dies ebenfalls so sähen.

Hollande betonte Wachstumsdimension
Hollande bekräftigte außerdem seine Forderung, den europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin nachzuverhandeln. Er wolle eine Wachstumsdimension hinzufügen. Alle Ideen und Vorschläge müssten zusammengebracht werden, wie dies rechtlich umgesetzt werden könne.

Der neue französische Präsident betonte, Aufgabe sei es, gemeinsam die Herausforderung zu lösen, Europa voranzubringen und sich den Problemen in der Welt zu stellen. Wachstum müsse wieder in den Mittelpunkt der Gespräche gerückt werden. Mit Blick auch auf die wirtschaftliche Lage in Frankreich sagte Hollande, Wachstum müsse erst einmal geschaffen werden, auf nationaler und auf europäischer Ebene. Ohne Wachstum könnten die Schulden und Defizite nicht zurückgeführt werden.

Handschlag statt Küsschen
Das Treffen war mit Spannung erwartet worden. Merkel hatte den Sozialisten Hollande im französischen Wahlkampf nicht empfangen. Außerdem ist sie gegen seine Forderung, den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin neu zu verhandeln.

Hollande hatte sein Amt erst wenige Stunden vor dem Treffen übernommen (siehe Infobox) und war direkt zu seiner ersten Auslandsreise nach Berlin gekommen. Gleich bei der Begrüßung von Frankreichs neuem Präsidenten sind die ersten Unterschiede deutlich geworden. Bei der ersten Begegnung beließ es Merkel bei einem klassischen Händedruck. Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte stets Wangen-Küsschen bekommen, wie sie in Frankreich üblich sind.

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