So, 22. April 2018

Dramatische Szenen

15.05.2012 15:42

Breivik-Prozess: Mann zündet sich vor Gericht an

Am Rande des Prozesses gegen den norwegischen Attentäter Anders Breivik ist es am Dienstag zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen: Vor dem Gerichtsgebäude in Oslo zündete sich am frühen Nachmittag ein Mann selbst an und zog sich dabei schwere Verletzungen zu. Laut der Polizei gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, dass die Tat im direkten Zusammenhang mit dem Breivik-Prozess steht.

In einem Video, das die Zeitung "Verdens Gang" im Internet veröffentlichte, ist zu sehen, wie der Mann mit Polizisten diskutiert und dann mit brennendem Pullover sowie brennender Mütze auf die Absperrung vor dem Gericht zuläuft. Er ruft dabei: "Erschießt mich, erschießt mich". Mehrere Polizisten reißen ihm schließlich die brennenden Kleider vom Leib.

Der Mann wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, sagte ein Polizeisprecher. Bei ihm handelt es sich um einen Norweger mit ausländischen Wurzeln. Sein Motiv ist noch unklar. "Wir haben zurzeit keinen Grund, davon auszugehen, dass der Vorfall mit dem Prozess gegen Breivik zusammenhängt", sagte der Sprecher.

Zuvor Brief bei Anwältin hinterlegt
Die norwegische Nachrichtenagentur NTB berichtete von einer Verzweiflungstat. Demnach lebt der Mann von Sozialhilfe. Vor seiner Selbstanzündung habe er einen Brief bei einer Anwältin mit der Aufforderung hinterlegt, ihn zu öffnen, "falls mir etwas Schlimmes passiert".

Breivik steht seit Mitte April vor Gericht. Er hatte am 22. Juli 2011 zunächst im Osloer Regierungsviertel mit einer Autobombe acht Menschen getötet, bevor er in einem Jugendlager der regierenden Arbeiterpartei auf Utöya 69 Menschen erschoss. Der 33-Jährige Breivik ist geständig, plädiert aber auf nicht schuldig. Am Freitag hatte der Bruder eines der Opfer im Gerichtssaal einen Schuh nach Breivik geworden. Es war der erste derartige Vorfall in dem Verfahren.

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