Mi, 22. November 2017

Tirade gegen Frauen

15.05.2012 10:58

Moderator bei Dell-Event schimpfte auf „Schlampen“

Es sollte ein großer Event für den Computerbauer Dell werden, letzten Monat in Kopenhagen, auch Firmengründer Michael Dell war anwesend. Wie nun öffentlich wurde, kam es dabei vonseiten des Moderators aber zu wüsten Beschimpfungen gegen Frauen. Dell hat sich inzwischen entschuldigt.

Der angeheuerte Moderator Mads Christensen (im Bild) verdient als "Inspirationsredner" sein Geld. Er sollte die 800 Dell-Partner und -Mitarbeiter beim Event im April unterhalten, dabei setzte er aber vor allem auf untergriffige Attacken gegen Frauen. Aufgedeckt hat das die dänische Bloggerin Christiane Vejlo.

Sie habe sich bereits bei der Vorstellung Christensens gewundert, so Vejlo. Schließlich sei dieser in Dänemark für seine äußerst konservativen Ansichten und seine kritische Haltung gegenüber Frauen in der Arbeitswelt bekannt.

IT als "Grenze" gegen Frauen
Und tatsächlich, Christensen legte wie von Vejlo befürchtet los. "Die IT-Wirtschaft ist eine derletzten Grenzen, die es schafft, Frauen draußen zu halten. Die Quote von Frauen zu Männern in Ihrem Geschäft ist gut und gesund", schwadronierte Christensen etwa. Dabei werden zwei der weltgrößten IT-Firmen, IBM und HP, derzeit von Frauen angeführt. Die wenigen Frauen im Raum sprach er mit "Was machen Sie eigentlich hier?" an.

"Halt den Mund, Schlampe!"
Und Christensen hatte noch mehr auf Lager. Später habe er über zickige Frauen gesprochen, die in der Politik, in Aufsichtsräten und zu Hause die Macht an sich zu reißen versuchten, so Vejlo. Alle großen Erfindungen seien von Männern gemacht worden, Frauen könne man lediglich für das Nudelholz danken. Zum Schluss bat Christensen alle Männer im Raum darum, nach Hause zu gehen und - zu ihrer Frau - zu sagen: "Halt den Mund, Schlampe!"

Konzern gibt sich zerknirscht
Dell hat sich inzwischen auf Google+ für die Kommentare Christensens und seine Auswahl als Moderator entschuldigt. "Mads Christensen hat eine Reihe unangebrachter und taktloser Bemerkungen über Frauen abgegeben. Dell entschuldigt sich aufrichtig für diese Kommentare." Christensens Ansichten würden nicht mit jenen von Dell korrespondieren, der Konzern versuche auf viele Arten, Frauen zu unterstützen. Das Unternehmen werde in Zukunft "vorsichtiger bei der Auswahl von Rednern bei Dell-Events" sein, heißt es. Wie es überhaupt zur Auswahl Christensens kommen konnte, hat das Unternehmen aber nicht erklärt.

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