Sa, 18. November 2017

Dreifacher Mord

12.05.2012 08:56

Jennifer Hudsons Schwager schuldig gesprochen

Der Schwager von Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson ist wegen dreifachen Mordes schuldig gesprochen worden. Dieses Urteil verkündeten die Geschworenen am Freitag nach mehrtägiger Beratung in Chicago. Das Strafmaß wurde noch nicht mitgeteilt, bei so einem schweren Verbrechen erwarten Prozessbeobachter aber die Höchststrafe: lebenslange Haft. Die Todesstrafe gibt es im Staat Illinois nicht.

Der 30 Jahre alte William Balfour wurde auch des Hausfriedensbruch und des Autodiebstahls schuldig befunden, aber diese Taten verblassen neben dem dreifachen Mord, für den er jetzt schuldig gesprochen wurde.

Hudsons 57 Jahre alte Mutter Darnell war 2008 als Erste von ihrem Schwiegersohn in ihrem Haus erschossen worden. Unmittelbar danach schoss der Täter ihrem Sohn, Hudsons Bruder Jason (29), mit einer Pistole vom Kaliber 45 zweimal in den Kopf.

Der kleine Julian, ein Kind aus einer anderen Beziehung von Jennifer Hudsons Schwester Julia, wurde zunächst entführt. Die Leiche des Siebenjährigen wurde drei Tage später mit einem Kopfschuss in einem abgestellten Auto entdeckt. Seine Mutter - Balfours Frau - war nicht zu Hause gewesen und den tödlichen Schüssen ebenso wie auch die Oscar-Preisträgerin selbst entgangen.

"Ich wollte nie da sein, wo er ist"
Hudson war im Gerichtssaal, als das Urteil verkündet wurde. Sie weinte, als der Schuldspruch verlesen wurde. Es soll laut CNN aus der Familie aber auch unterdrückter Jubel gekommen sein. Hudson hatte gleich am ersten Tag des Prozesses vor knapp drei Wochen ausgesagt und ihre Abneigung gegen Balfour beschrieben. "Ich wollte nie da sein, wo er ist", sagte die 30-Jährige über ihren gleichaltrigen Schwager. Er habe ihrer Schwester mit der Ermordung ihrer Familie gedroht, wenn sie ihn verlasse.

Schuldspruch nach reinem Indizienprozess
Der 30-Jährige hatte die Tat stets bestritten. Er habe nichts mit der Bluttat zu tun und sei selbst ein Opfer, ließ er per Anwalt mitteilen. Der Verteidiger bezeichnete seinen Mandanten als Opfer des Ermittlungsdrucks. In der Tat gab es keine Beweise: Das Verfahren war ein reiner Indizienprozess.

Hudson hatte vor Gericht aber versichert, dass Balfour ihre Schwester Julia schlecht behandelt und oft bedroht habe. Die Familie sei von Anfang an gegen die Ehe gewesen: "Niemand von uns wollte, dass sie ihn heiratet." Deshalb habe ihre Schwester die Heirat zunächst geheim gehalten, sie selbst habe erst zwei Monate später durch Zufall davon erfahren.

Als die Morde begangen wurden, lebte Balfour bereits seit Längerem von seiner Frau getrennt. Motiv für die Tat soll Eifersucht auf einen neuen Freund der Ex-Frau gewesen sein.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden