Mi, 17. Jänner 2018

Edelmetall-Reserven

11.05.2012 17:03

"Krone" verrät, was aus unserem Staats-Gold wurde

Können wir in unseren Goldreserven, wie Dagobert Duck das ja so gerne tut, noch immer "baden", oder sind die vielen Tonnen des kostbaren Metalls in Zeiten wie diesen genauso futsch wie unsere Steuermilliarden oder verspekulierte Wahnsinnsbeträge? Diese Frage stellt sich deshalb, weil die Österreichische Nationalbank zuletzt über die Aufbewahrung der österreichischen Goldreserven nichts Genaues sagen wollte oder vielleicht auch gar nicht konnte.

Das war für die FPÖ-Abgeordneten Gerhard Deimek und Elmar Podgorschek Grund genug, um "die Rückholung der Goldreserven der Nationalbank nach Österreich" zu fordern. Begründung: In Krisenzeiten sei es wichtig, über etwas Wertbeständiges direkt verfügen zu können und unsere Goldreserven nicht der Europäischen Zentralbank oder anderen EU-Einrichtungen zu überlassen. Immerhin könnte es notwendig sein, angesichts der unsicheren Situation des Euro im Ernstfall ein neues Währungssystem zu begründen, und dafür müssten eben diese Goldreserven auf Knopfdruck verfügbar sein.

"Krone"-Recherchen haben nun ergeben, wie es um unseren Goldbestand tatsächlich bestellt ist: Derzeitiger Stand sind laut Nationalbank 280 Tonnen Gold - die Tonne zum Preis von 40 Millionen Euro macht insgesamt einen Marktwert von 11,2 Milliarden Euro aus. Gelagert werden die Tonnen von Gold an verschiedenen, aus Sicherheitsgründen geheim gehaltenen Plätzen: Höchst inoffiziell verlautete dazu aus informierten Kreisen, dass "natürlich ein Teil in der Nationalbank gebunkert ist". Ein weiterer, eher geringer Teil ist bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.

Depots in Schweiz, England, USA
Dazu kommen Hochsicherheitsdepots in der Schweiz, in London und in den USA. Mit ein Grund, warum Tonnen unseres Goldes dort lagern: Wenn aus welchen Gründen auch immer (zum Beispiel zur Stützung der Währung) Gold verkauft wird, dann sind das jene Plätze, an denen professioneller Goldhandel stattfindet.

Geschrumpft sind unsere Goldreserven übrigens auch - und das gleich ordentlich: Am stärksten in den 90er-Jahren von 645 auf knapp über 400 Tonnen und dann wieder unter Schwarz-Blau auf etwas mehr als 300 Tonnen. Seit 2007 halten wir stabil bei 280 Tonnen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden