Sa, 21. April 2018

SUV will edel sein

28.05.2012 19:25

Peugeot 4008: Zieh den Smoking an, wir gehen bergsteigen!

Es wirkt wie im Smoking zum Bergsteigen, oder im Nadelstreif zum Fußballspielen, jedenfalls so, dass man sich erst mal denkt: Häh?! Peugeot hat zu ersten Testfahrten mit dem brandneuen Kompakt-SUV namens 4008 gebeten – und mich mit einem frisch gewaschenen Exemplar in einen eigens abgesperrten Gelände-Parcours geschickt.

Also, nicht auf pseudolustige Feldwege, sondern auf das Gelände einer angehenden Baustelle mit richtigen Hügeln, Verwindungen und allem, was dazugehört. Jedenfalls wäre ich da nicht reingefahren, wenn die Herrschaften von Peugeot mich nicht ausdrücklich dazu aufgefordert hätten. Und tatsächlich: Dieses SUV, dem die Franzosen Eleganz und Status auf die Fahnen geschrieben haben, kommt überall problemlos durch. Inklusive Drifts auf dem Weg zurück zum Start.

Ich will damit nicht sagen, "vergesst den Land Rover Defender, kauft den 4008", aber ein wenig darf es schon überraschen, was so ein SUV so alles meistern kann. Der 4008 hat einen relativ langen Radstand, nämlich den des 4007, ist aber 30 Zentimeter kürzer, was angesichts der Gesamtlänge von 4,34 Meter kurze Überhänge und damit auch günstige Böschungswinkel bringt. Vorne sind es 19 Grad, hinten 31 Grad, die Bodenfreiheit beträgt respektable 20 Zentimeter.

Aber eigentlich ist nicht Arbeitseinsatz ins Gelände der Auftrag des Peugeot 4008, sondern ein gepflegter bis luxuriöser Auftritt. "Anspruch auf Hochwertigkeit" nennen das die französischen Eltern, die allerdings mehr oder weniger Stiefeltern sind. Denn der Peugeot stammt ebenso wie der Citroen C4 Aircross vom Mitsubishi ASX ab. Das ist allerdings – zumindest äußerlich – beim besten Willen nicht zu erkennen. Kein Wunder, mehr als Dach und Türen haben die Karosserien nicht gemein.

Und so geht der 4008 tatsächlich als elegant durch. Seine Front wirkt wie vom Wind gezeichnet und von Dynamik signiert, kein riesiges Löwenmaul zieht die Blicke auf sich wie ein schwarzes Loch, stattdessen glänzendes Chrom. Das LED-Tagfahrlicht formt sich zu Augenbrauen in den Scheinwerfern (cool sind die Heckleuchten mit den inzwischen Peugeot-typischen drei Krallen). Welten liegen zwischen dem groben ASX-Gesicht und dem 4008. Dennoch ist die Front zerklüftet und unharmonisch. Das hat Citroen besser hingekriegt.

Die Anmutung des Innenraums wird dem Luxusanspruch nicht ganz gerecht, trotz chromglänzenden Applikationen. Die Hochwertigkeit zeigt sich aber in Sachen Ausstattung, denn der Peugeot 4008 wird in Österreich nur in gehobenen Varianten angeboten. Zudem wird es ihn hierzulande (anders als den Citroen-Bruder) ausschließlich mit zuschaltbarem, flexiblem Allradantrieb geben.

Unter der Motorhaube vier Motoren zur Wahl, je zwei Diesel und zwei Benziner, je 115 bzw. 150 PS stark. Der Testwagen hatte den großen Diesel (von Mitsubishi) unter der Haube, dem man seine Leistung nur bedingt anmerkt. Das wird daran liegen, dass das maximale Drehmoment nur 300 Nm beträgt und auch erst bei 2.000/min. anliegt.

Peugeot legt Wert darauf, dass man beim 4008 für deutlich mehr Dämmung gesorgt hat als im ASX, das Geräuschniveau geht generell in Ordnung. Neben Geräuschen werden auch Straßenunebenheiten gut gedämpft, obwohl das Fahrwerk wie auch die Lenkung (wiederum im Vergleich zum Mitsubishi) härter abgestimmt sind. Auch die Spur ist breiter.

Vor allem außerhalb Europas will Peugeot den 4008 verkaufen, 70 Prozent sollen dort landen. Dort ist der Crossover 3008, sagen wir, nicht so ein großer Erfolg, also soll es der 4008 richten. Deshalb wurde er zuerst in Russland und der Ukraine eingeführt, viele Wochen vor der Heimatpremiere im heimischen Frankreich (10. Mai).

Die Preise für Österreich stehen noch nicht fest, sollen aber bei rund 30.000 Euro für den kleinen und rund 33.000 Euro für den großen Diesel liegen. Markteinführung soll im September sein.

Warum?

  • elegante Erscheinung
  • Richtig viel Platz im Innenraum

Warum nicht?

  • etwas zerklüftete Front
  • Frontantrieb wird nicht angeboten

Oder vielleicht …

… Citroen C4 Aircross, Mazda CX-5, Nissan Qashqai, Toyota RAV-4, VW Tiguan

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