Sa, 21. April 2018

Confed-Cup

22.06.2005 22:44

2:2 - Japan zeigte keinen Respekt vor Brasilien

Rekord-Weltmeister Brasilien hat sich ins Halbfinale des Confederations Cups gezittert und fordert nun am Samstag in Nürnberg Gastgeber Deutschland heraus. Drei Tage nach dem 0:1- Ausrutscher gegen Mexiko musste sich der fünffache Champion am Mittwoch in Köln gegen Japan mit einem mageren 2:2 (2:1) zufrieden geben, schloss die Vorrundengruppe B aber dennoch als Zweiter vor dem Asien-Meister ab.

 Vor 40 000 Zuschauern im RheinEnergy-Stadion brachten Robinho (10.) und Ronaldinho (32.) die phasenweise brillant aufspielenden Südamerikaner zwei Mal in Führung. Shunsuke Nakamura (27.) und Masashi Oguro (88.) trafen für die Japaner, die sich nach ihrem Überraschungserfolg gegen Europameister Griechenland mit einer weiteren respektablen Vorstellung aus dem Turnier verabschiedeten.

Die Ankündigung von Carlos Alberto Parreira, seinen Mittelfeld- Stars nach der Pleite gegen Mexiko eine Denkpause zu verordnen, erwies sich als hohle Phrase. Ronaldinho und Kaka wirkten von Beginn an mit und ließen im dritten Turnierspiel endlich ihre bisher vermisste spielerische Klasse aufblitzen. Ronaldinho war an beiden Toren maßgeblich beteiligt: In der 10. Minute legte der Weltfußballer "Wunder-Stürmer" Robinho den Ball zum 1:0 auf, beim zweiten Tor bediente der von Real Madrid umworbene Angreifer den Mittelfeldstrategen des FC Barcelona mustergültig. Einem weiteren Treffer von Kaka (17.) stand nur der Pfosten im Weg, im Nachschuss verfehlte Ronaldinho das Tor. Im Angriffswirbel der Brasilianer fiel lediglich Adriano etwas ab.

Japaner kaltschnäuzig
Drei Tage nach ihrem 1:0 gegen das Team von Otto Rehhagel versuchten die Japaner, den Worten ihres brasilianischen Trainers Zico ("wir werden voll auf Sieg spielen") Taten folgen zu lassen. Die flinken Asiaten zeigten in einer rassigen Partie keinerlei Respekt vor den großen Namen des Gegners und suchten immer wieder die Offensive. Dabei ließen sie dem fünffachen Weltmeister jedoch häufig zu viel Spielraum. Allerdings legte die Parreira-Elf auch immer wieder Kunstpausen ein, nahm das Tempo aus dem Spiel und überließ dem Gegner die Initiative. Dabei zeigten die Japaner auf, dass die Abwehr um die Bundesliga-Legionäre Lucio und Juan durchaus verwundbar ist.

In der 4. Minute haderten die Japaner mit Schiedsrichter Mourad Daami aus Tunesien, der einem Treffer von Akira Kaji (4.) wahrscheinlich zu Unrecht wegen Abseits die Anerkennung verweigerte. Mitte der ersten Hälfte kam die Zico-Elf mächtig auf. In der 24. Minute prallte ein Kopfball von Mitsuo Ogasawara von der Latte zurück, drei Minuten später zog Nakamura aus 25 Metern ab und ließ dem für Dida im Tor stehenden Marcos keine Chance.

Oguro gleicht in der 88. Minute erneut aus
Unmittelbar nach Wiederbeginn bewahrte Marcos seine Mannschaft gegen den freistehenden Atsushi Yanagisawa vor dem erneuten Ausgleich. Durch Nachlässigkeiten im Abschluss vergab Brasilien in der Schlussphase einen durchaus möglichen höheren Vorsprung. Das rächte sich in der 88. Minute, als Oguro nach einem vom Pfosten zurückgeprallten Freistoß von Nakata sein zweites Turniertor markierte.

Aus für Griechenland: 0:0 gegen Mexiko
Griechenlands EM-Helden haben sich ohne Torerfolg sang- und klanglos vom Confederations Cup verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel trennte sich am Mittwoch in Frankfurt/Main von Mittelamerika-Meister Mexiko mit einem trostlosen, aber verdienten 0:0. Während die Griechen seit dem 3. März (2:0 gegen Albanien) und insgesamt 455 Spielminuten auf einen Treffer warten, reichte den Mexikanern drei Tage nach dem Überraschungssieg gegen Brasilien die erste Nullnummer des Turniers für den Sieg in der Gruppe B. Der zweitplatzierte Rekordweltmeister aus Südamerika trifft am Samstag in Nürnberg auf Gastgeber Deutschland, Mexiko spielt am Sonntag gegen Argentinien um den Einzug ins Finale.

Die Griechen hatten Glück, dass sie wenigstens einen Punkt holten. Dem eingewechselten Mexikaner Alberto Medina (82.) verweigerte Schiedsrichter Amarilla (Paraguay) einen Treffer zu Unrecht wegen Abseits. Bei den Mexikanern, die mittlerweile seit 20 Spielen ungeschlagen sind, machte sich vor 31 285 Zuschauern das Fehlen von insgesamt vier Akteuren im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Brasilien bemerkbar.

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