Sa, 21. April 2018

4,5 m in 100 Tagen

09.05.2012 12:59

Wanderdünen auf dem Mars so aktiv wie die auf der Erde

US-Astronomen haben auf der Marsoberfläche Wanderdünen entdeckt, die ebenso aktiv sind wie jene auf der Erde. Wie eine Gruppe von Wissenschaftlern um Nathan Bridges von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore nun herausfand, bewegen sich einzelne Sand-Riffel in rund 100 Tagen um bis zu 4,5 Meter weit.

Lange galten die Dünen des Mars als uralte, unveränderliche Relikte eines vergangenen Klimas mit wesentlich dichterer Atmosphäre und entsprechend kräftigeren Winden. Neuere Studien hatten zuletzt bereits Sandbewegungen auf dem Roten Planeten festgestellt. Sie hätten jedoch nicht klären können, ob sich komplette Dünen bewegen, erläutern die Forscher im britischen Fachjournal "Nature".

Das Team um Bridges analysierte Aufnahmen der hochauflösenden Kamera an Bord der NASA-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter", die noch 25 Zentimeter kleine Details auf dem Roten Planeten erkennen kann. Dies sei die beste Auflösung einer nicht-militärischen Raumsonde, betont der an der Untersuchung nicht beteiligte Forscher Jasper Kok von der Cornell-Universität in einem Begleitartikel in "Nature".

Im Abstand von 105 Tagen fotografierten die Astronomen das Nili-Patera-Dünenfeld auf dem Mars. Die Auswertung der Aufnahmen zeigt, dass sich die Sand-Riffel umso schneller bewegen, je höher sie auf den Dünen (Bild) liegen. Auf der Erde ist das ein klassisches Merkmal von Wanderdünen, wie Kok betont.

Rätseln über die starken Sandbewegungen
Die Analyse ergab eine typische Bewegung von etwa 2,3 Kubikmetern Sand pro Höhenmeter Düne im Jahr. Den Berechnungen zufolge sind damit ähnliche Sandmassen in Bewegung wie etwa im Victoria-Tal in der Antarktis. Die Forscher rätseln nun, wie es zu der starken Sandaktivität auf dem Roten Planeten kommt. Denn die Marsatmosphäre ist rund hundert Mal dünner als die irdische, sodass nach gängiger Vorstellung erst hurrikanartige Stürme Sandkörner in die Luft heben könnten.

Daher wurden die Dünen auch lange einer anderen Mars-Epoche zugeschrieben, die vor knapp zwei Milliarden Jahren endete und sich durch eine wesentlich dichtere Atmosphäre auszeichnete. Möglicherweise sei die Dynamik des Sandkornflugs auf dem Mars jedoch anders als gedacht, wobei auch die geringere Schwerkraft des Roten Planeten eine Rolle spielen könnte, vermuten die Forscher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden