Fr, 24. November 2017

Hoffnung enttäuscht

07.05.2012 09:35

Nokia wegen Erfolglosigkeit von Aktionär verklagt

Neuer Ärger für Nokia: Weil der finnische Handyhersteller anhaltend Boden im boomenden Smartphone-Geschäft verliert, hat ein Aktionär jetzt vor einem US-Gericht Klage eingereicht. Der Anteilseigner verlangt Wiedergutmachung für erlittene Kursverluste - und das auch im Namen anderer Aktionäre. Für die Finnen kann das teuer werden.

Kläger Robert Chmielinksi hatte Ende vergangenen Jahres Nokia-Aktien gekauft - nach eigenen Angaben in der Hoffnung, dass dem einstigen Weltmarktführer mit neuen Windows-Smartphones die Wende gelingt. Doch es kam anders: Nokia fuhr zu Jahresbeginn einen Verlust von 929 Millionen Euro ein. Der Start des Hoffnungshandys Lumia 900 wurde von einer Software-Panne überschattet.

Elop soll Lage schöngeredet haben
Chmielinksi wirft dem Nokia-Management um Konzernchef Stephen Elop vor, die Lage schöngeredet zu haben. In der Klage ist von Betrug die Rede. Um seine Kursverluste wieder hereinzuholen, hat der Anleger die US-Kanzlei Robbins Geller beauftragt, die sich damit brüstet, in Wirtschaftsskandalen wie beim Energiekonzern Enron oder beim Telekomanbieter WorldCom Milliarden für die geschädigten Anleger herausgeholt zu haben.

Die Klage sei am vergangenen Donnerstag vor dem Bezirksgericht von Manhattan eingereicht worden, teilten die Anwälte mit. Das ist möglich, weil Nokia über sogenannte American Depositary Shares, die sich im Grunde wie Aktien kaufen und verkaufen lassen, auch an der Wall Street gehandelt wird. Die Kanzlei sucht nun weitere Nokia-Anteilseigner, die sich hintergangen fühlen.

Vorwürfe laut Nokia haltlos
Eine derartige Sammelklage ist gefürchtet, weil die Schadenssummen schnell in die Höhe schießen können. Das Gericht muss eine Sammelklage allerdings anerkennen. Solche Verfahren können sich über Jahre hinziehen und enden nicht selten in Vergleichen. Nokia selbst mühte sich in einer Erklärung um Schadensbegrenzung: Man werde die Vorwürfe in der Klage prüfen, sei aber überzeugt, dass sie haltlos seien, teilte der Konzern mit und kündigte an, sich zu wehren.

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