Mo, 22. Jänner 2018

Mehr als HP und Dell

04.05.2012 11:13

Facebook will bei Börsengang bis zu 12 Milliarden Dollar

Facebook will sich bei seinem heiß erwarteten Börsengang kräftig bedienen. Das weltgrößte soziale Netzwerk plant, bis zu zwölf Milliarden Dollar (über 9,1 Milliarden Euro) bei Investoren einzusammeln. Damit käme das erst acht Jahre alte Unternehmen nahe an den Marktwert des Online-Handelsriesen Amazon heran und würde Traditionsfirmen wie Hewlett-Packard und Dell übertreffen. Selbst Googles Börsengang 2004 hatte nur knapp 1,7 Milliarden Dollar erlöst.

Wie Facebook am Donnerstag in seinem Börsenprospekt mitteilte, soll die Preisspanne für die Aktien zwischen 28 und 35 Dollar liegen. Sollte es dem von Mark Zuckerberg geführten Konzern gelingen, die Papiere zum höchsten Ausgabepreis auf den Markt zu bringen, würde der Konzern mit knapp 100 Milliarden Dollar bewertet. Am unteren Ende würde die Bewertung 77 Milliarden Dollar betragen. Der Handel soll in spätestens zwei Wochen starten.

Milliarde für Zuckerberg
Zuckerberg, der Gründer und Chef des sozialen Netzwerks, bietet beim Börsengang auch 30 Millionen seiner eigenen Anteilsscheine an. Bei einem anvisierten Preis von bis zu 35 Dollar das Stück würde er damit mehr als eine Milliarde Dollar einstreichen. Allerdings wird der Großteil des Geldes schon kurz darauf wieder futsch sein - denn Zuckerberg will damit Steuern begleichen, die im Zusammenhang mit Aktiengeschäften fällig werden, wie ebenfalls aus dem Börsenprospekt hervorgeht. Auf der Liste der Superreichen des Magazins "Forbes" steht Zuckerberg schon heute auf Platz 35. Er liegt damit etwa vor PC-Unternehmer Michael Dell oder auch Microsoft-Chef Steve Ballmer.

Zweifel an Nachhaltigkeit
Experten gehen davon aus, dass sich die Investoren um die Papiere des Netzwerks mit mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern reißen. Trotzdem wurden zuletzt auch Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells laut - erst Ende April gab Facebook den ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren bekannt. Facebook kämpft beispielsweise mit Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer, die sich wiederum bei Werbekunden in bares Geld verwandeln lässt.

Tablets und Smartphones als Unsicherheitsfaktor
Vor allem die zunehmende Nutzung des Internets über Smartphones und Tablet bereitet dem Unternehmen Sorgen. Bisher schalten Werbekunden lieber auf herkömmlichen Computern Anzeigen. Zudem sind sie bereit, dafür mehr zu zahlen als für Handy-Werbung. Facebook will in dem mobilen Bereich unbedingt wachsen. Die fürs operative Geschäft bei Facebook zuständige Managerin Sheryl Sandberg versicherte, dass die mobile Welt für Facebook keine so große Herausforderung wie für andere Unternehmen sei. Finanzchef David Ebersman kündigte an, der Internetkonzern werde in diesem Bereich stark investieren, auch wenn noch unklar sei, wann oder ob sich dies auszahle.

Von fünf auf bis zu zwölf Milliarden Dollar
Bei Bekanntgabe der Absichten zum Börsengang hatte Facebook erklärt, mindestens fünf Milliarden Dollar einsammeln zu wollen. "Die Leute werden mit dieser Bewertung sehr zufrieden sein", sagte Analyst Sam Schwerin von Millenium Technology Value Partners nun zu den aktualisierten Plänen.

Zuckerberg vermutlich selbst auf Werbetour
Bereits am Montag soll die Roadshow des Unternehmens, das Werben um Investoren, beginnen. Die zweiwöchige Tour startet in New York, später sollen Chicago und Boston folgen. Die Investorenreise endet laut einem Reuters vorliegenden Zeitplan im heimischen Menlo Park in Kalifornien. Kreisen zufolge wird Zuckerberg teilnehmen. Dies galt lange als unklar.

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