So, 22. April 2018

Dramatische Zahlen

02.05.2012 15:14

1,1 Millionen tote Kinder jährlich durch Frühgeburten

Erschreckende Zahlen hat jetzt eine Studie zum Thema Frühgeburten enthüllt, an der über 100 Experten von fast 40 UNO-Einrichtungen, Universitäten und Organisationen beteiligt waren. Demnach kommen jährlich 15 Millionen Kinder weltweit vor der 37. Schwangerschaftswoche – und damit zu früh – auf die Welt, 1,1 Millionen sterben daran. Österreich belegt bei den Frühgeburten Platz 77 auf der Negativliste.

Frühgeburten seien laut der neuen Erkenntnisse "die zweithäufigste Todesursache für Säuglinge nach Lungenentzündungen", sagte Joy Lawn, eine der Autorinnen der Studie. Österreich schneidet unter 193 Staaten mit 10,9 Prozent Frühgeburten relativ schlecht ab und hat dieselbe Quote wie etwa das Entwicklungsland Burkina Faso. Allerdings sind die Überlebenschancen der Frühchen in Österreich eklatant höher als in dem afrikanischen Staat.

Jedes zehnte Kind wird zu früh geboren
Im Durchschnitt wird weltweit etwa jedes zehnte Kind zu früh geboren. Deutschland steht dem Bericht zufolge mit 9,2 Frühchen pro 100 Geburten (Rang 106) schlechter als viele Nachbarstaaten - aber besser als Österreich - da. In Industrieländern gelten vor allem ältere Mütter und Wohlstandserscheinungen wie Bluthochdruck und Rauchen als Ursachen für Frühgeburten. Belgien weist beispielsweise eine Quote von 7,9 Prozent auf, Italien eine von 6,5 Prozent, die Schweiz eine von 7,4 und Schweden eine von 5,9 Prozent (Rang 174).

Weltweit die ungünstigste Quote hat das südostafrikanische Land Malawi mit 18,2 Prozent, die günstigste Weißrussland mit 4,1 Prozent. Es folgen Ecuador mit 5,1 Prozent, Lettland mit 5,3 Prozent, Finnland, Kroatien und Samoa mit je 5,5 Prozent. Allerdings ist die Sterblichkeit dank guter medizinischer Technik in den Industriestaaten drastisch geringer als in den Entwicklungsländern.

Viele Todesfälle könnten vermieden werden
Die südafrikanische Epidemiologin Lawn, die für die Hilfsorganisation "Save The Children" arbeitet, forderte entschiedene Maßnahmen vor allem in den ärmeren Ländern. Hier könnten durch einfache und kostengünstige Maßnahmen erhebliche Fortschritte erzielt werden. Der Report habe gezeigt: "Es ist machbar." So könnten viele Todesfälle vermieden werden, wenn man zum Beispiel Müttern zeige, wie man Frühchen warmhalte. Auch Maßnahmen für Frauen zum Vermeiden von Infektionen könnten Babys retten, so die Forscherin.

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