Mi, 13. Dezember 2017

Drama in Osttirol

30.04.2012 14:19

Nach Bergeunfall wird nun gegen Piloten ermittelt

Nach der tödlichen Bergeaktion am Wochenende am Großvenediger in Osttirol, bei der ein Alpinpolizist ums Leben kam, hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Untersuchungen aufgenommen. Ermittelt werde vorerst gegen den Piloten des Hubschraubers wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, so Staatsanwalt Hansjörg Mayr am Montag. Ein technischer Defekt am Helikopter (Bild) wurde mittlerweile ausgeschlossen.

Weiteres könne der Sprecher der Anklagebehörde zu Beginn der Ermittlungen noch nicht sagen. Jetzt müssten die an dem Zwischenfall Beteiligten einvernommen werden und eine Begutachtung vor Ort stattfinden. Eine Befragung des mit 2.500 Flugstunden als "sehr erfahren" geltenden Piloten sei am Sonntag noch nicht möglich gewesen. Der Mann habe sich noch nicht dazu imstande gefühlt, schilderte Roy Knaus, Geschäftsführer von Heli Austria (zweites Bild).

Beim im Einsatz gestandenen Helikopter - der in Osttirol stationierte "Martin 4" des Salzburger Hubschrauber-Unternehmens - wurde kein technischer Defekt festgestellt. Die Maschine sei bereits von einem Sachverständigen begutachtet und freigegeben worden, sagte Knaus, der weiter anführte: "Wir werden schauen, wo wir die Untersuchungen unterstützen können."

Ein Verletzter aus Spital entlassen
Einer der beiden Bergretter, die bei dem Unfall verletzt wurden, ist nach Angaben der Bergrettung mittlerweile aus dem Krankenhaus Lienz entlassen worden. Der 43-jährige Konrad St. erlitt bei dem Aufprall auf dem Gletscher mehrere Rippenbrüche und Prellungen. Sein um drei Jahre jüngerer Kollege Mathias B. zog sich den Angaben zufolge mehrere Knochenbrüche zu und hat mittlerweile eine Operation im Klinikum Klagenfurt gut überstanden.

"Er ist ein durchtrainierter Mann. Ein Arzt hat gemeint, dass er vermutlich seiner ausgezeichneten körperlichen Konstitution sein Leben zu verdanken hat", sagte der Bezirksleiter der Bergrettung in Osttirol, Peter Ladstätter, nachdem sein Kollege das Spital verlassen konnte.

"Gestern hat uns das gewisse Quäntchen Glück gefehlt"
Bei der Bergrettung trauert man um den tödlich verunglückten Franz Franzeskon, der, wie Ladstätter betonte, "einer unserer Besten war". Alle an dem Einsatz Beteiligten seien "Top-Leute", betonte der Bezirksleiter. Dieselben Leute waren schon am Samstag zum Einsatz auf dem Gletscher unterwegs gewesen. "Gestern hat uns das gewisse Quäntchen Glück gefehlt. Der Franz war es, der uns jahrelang mit seiner Erfahrung vor einem Unglück bewahrt hat, wie es uns jetzt mit voller Breitseite erwischt hat", so Ladstätter.

Den Einsatz beschrieb er als einen "Standardeinsatz". Das Besondere bestand demnach allein darin, dass der Verunglückte sehr tief in die Gletscherspalte gestürzt war und sich verkeilt hatte.

Slowake tot geborgen
Montag früh war erneut eine 20-köpfige Mannschaft auf den 3.657 Meter hohen Großvenediger aufgebrochen, um weiter nach dem am Samstag in eine Gletscherspalte gestürzten Slowaken zu suchen. Auch ein Hubschrauber unterstützte die Bergretter und Alpinpolizisten. Gegen Mittag konnte der Mann schließlich tot geborgen werden.

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