Di, 16. Jänner 2018

"Das Hochzeitsvideo"

09.05.2012 14:44

krone.at-Filmkritik: Der große Tag als große Katastrophe

Wer beabsichtigt, demnächst vor den Traualtar zu treten, sollte sich diesen Film erst nach vollzogener Hochzeit ansehen. In Sönke Wortmanns ("Der bewegte Mann", "Das Wunder von Bern") Komödie "Das Hochzeitsvideo" (Kinostart: 11. Mai) geht am vermeintlich schönsten Tag des Lebens alles schief, was nur schiefgehen kann.

Für den großen Tag ist alles perfekt vorbereitet: Pia (Lisa Bitter) und Sebastian (Marian Kindermann) sind total verliebt, Freunde und Familienmitglieder sind im noblen Schlosshotel der Eltern des Bräutigams einquartiert, das Wetter ist gut. In den Tagen vor der Eheschließung und am Hochzeitstag selbst begleitet Sebastians Freund Daniel (Martin Aselmann) das glückliche Paar und will die Augenblicke der großen Liebe festhalten. Zumindest war das der Plan...

In Wirklichkeit geht alles drunter und drüber. Der Junggesellenabschied wird zum Fiasko, nachdem Pias Ex-Lover - von Beruf Pornodarsteller mit dem Künstlernamen "Carlos, die Keule" - alles daran setzt, das Paar auseinander zu bringen. Pias Versuch, ihren Sebastian zu verwöhnen, endet mit einer Nackenverletzung im Krankenhaus. Und dass sich eine der Brautjungfern mit einem David-Hasselhoff-Tattoo rumschlagen muss, ist noch eines der kleineren Übel.

Dass der große Tag schlussendlich zu einer großen Katastrophe wird, kommt angesichts der Geschehnisse im Vorfeld nicht allzu überraschend. Werden sich Pia und Sebastian noch einmal zusammenraufen können, damit die Hochzeit nicht im totalen Fiasko endet? Oder findet womöglich überhaupt keine Eheschließung statt?

"Konzeptlosigkeit war das Konzept"
Die Komödie wird fast ausschließlich aus der Perspektive des Hochzeitfilmers Daniel und Pias Stiefschwester Despair, die ebenfalls ihre Kamera zückt, erzählt. "Unser Konzept war es, möglichst authentisch zu wirken, man könnte auch sagen: Die Konzeptlosigkeit war in diesem Fall das Konzept", so Regisseur Sönke Wortmann. Anfangs hatte er sogar vor, den Film als "Found Footage"-Projekt anzugehen, sprich so zu tun, als wenn es sich tatsächlich um reales, "gefundenes" Material für ein Hochzeitsvideo handelt. Ähnlich wie beim Horrorfilm "Apollo 18" (siehe oben). "Diese Idee wurde aber schnell verworfen", erinnert sich Wortmann.

Witz auf Sparflamme
Der 52-jährige Regisseur gehört zu den besten Filmemachern im deutschsprachigen Raum. "Das Hochzeitsvideo" gehört sicher nicht zu seinen herausragenden Werken - ganz im Gegenteil. Eine schwache Story, miserable Schauspieler und Witz auf Sparflamme machen "Das Hochzeitsvideo" zu einer großen Enttäuschung.

Einziger Lichtblick in einer schnöden Komödie ist Popstar Sasha, der sich selbst spielt und für Erheiterung sorgt. Ansonsten dümpelt der Streifen vor sich hin und erschlägt den Zuseher mit Langeweile. Der "Showdown" in der Kirche ist einfach nur peinlich und das i-Tüpfelchen auf einen misslungenen Film. Dass "Das Hochzeitsvideo" im Vorfeld sogar mit "Hangover" verglichen wurde, ist eine Beleidigung für den US-Kulthit.

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