Mo, 21. Mai 2018

Rund 50 geplant

30.04.2012 09:27

Athen: Erstes Aufnahmelager für Illegale eröffnet

Eine Woche vor der Parlamentswahl in Griechenland hat am Sonntag das erste extra gebaute Aufnahmelager für illegale Einwanderer eröffnet. Die ersten 50 Migranten seien bereits in das Lager im Westen der Hauptstadt gebracht worden, teilte ein Sprecher des Ministeriums für Bürgerschutz mit. Mehr als 1.000 sollen folgen. Angesichts des kaum noch zu kontrollierenden Stroms illegaler Einwanderer planen die Griechen bis Mitte 2013 rund 50 solcher Lager im Land.

Das jetzt nahe der Ortschaft Amygdaleza errichtete Lager ist Teil einer Polizeischule. Die Menschen wurden in Containern untergebracht, in denen während der Olympischen Spiele im Jahr 2004 Polizisten gewohnt hatten, die zur Verstärkung aus den Provinzen nach Athen gekommen waren. Als weitere Lager sollen auch verlassene Kasernen des Militärs renoviert werden.

EU unterstützt Programm finanziell
Die EU, die den Ausbau der griechischen Asylbehörde und eine bessere Kooperation mit der Türkei fordert, unterstützt das Programm finanziell. Menschen, die kein Asyl bekommen, sollen so lange in den Lagern bleiben, bis sie zurück in ihre Herkunftsländer geschickt werden. Im Kampf gegen illegale Einwanderer will die Regierung in Athen zudem an der Grenze zur Türkei auch einen zehn Kilometer langen Zaun errichten (siehe Infobox). Deutschland und andere EU-Staaten hatten Griechenland zuletzt vorwegworfen, ihre Pflichten nicht zu erfüllen, und gedroht, wieder Grenzkontrollen für Reisende aus Griechenland einzuführen.

Thema dominiert Wahlkampf
In Athen ist die illegale Migration neben der Wirtschaftskrise mittlerweile eines der größten Probleme. In Ghettos suchen Menschen aus asiatischen und afrikanischen Staaten im Müll nach Essbarem. Prostitution, Drogenhandel und Kriminalität gehören zum Alltag. Angesichts der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und Sorgen über steigende Kriminalität ist das Thema illegale Einwanderung auch im Wahlkampf dominierend.

In Griechenland leben mittlerweile mehr als eine Million Migranten - bei einer Gesamtbevölkerung von rund 11,5 Millionen Menschen. Pro Jahr kommen über die See- und Landgrenzen etwa 130.000 Menschen illegal ins Land, der größte Teil von ihnen über die Türkei, die dann in andere EU-Staaten weiterreisen. Hatten die Behörden diese Menschen in der Vergangenheit aufgegriffen, mussten sie sie oft angesichts fehlender Möglichkeiten zur Unterbringung wieder auf freien Fuß setzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Sieg gegen die Schweiz
Schweden erobert WM-Titel im Penaltyschießen
Eishockey
Serie A
Inter holt letztes Champions-League-Ticket
Fußball International
Primera Division
Barcelona besiegt Sociedad bei Iniesta-Abschied
Fußball International
Nachwuchs-Fußball
Niederlande holt U17-EM-Titel im Elfmeterschießen
Fußball International
Innenverteidiger
Maresic verlängert bis 2020 bei Sturm Graz
Fußball National
Spieler der Saison
Valon Berisha versteht Zulj-Wahl nicht
Fußball National
Achter Masters-Triumph
Nadal nach Sieg in Rom wieder Nummer eins
Tennis

Für den Newsletter anmelden