Sa, 16. Dezember 2017

Bescheid zugestellt

27.04.2012 12:28

Klagenfurter Uni-Rektor Mayr von Uni-Rat abberufen

Der Universitätsrat der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig die Abberufung des Rektors Heinrich C. Mayr beschlossen. Die Abberufung wurde mit der Zustellung des entsprechenden Bescheids Freitag früh wirksam. Mayr will gegen seine Absetzung kämpfen, sagte sein Anwalt Bernhard Fink in einer ersten Reaktion.

"Wir werden den Bescheid sorgfältig prüfen", so Fink. Er kritisierte, dass der Uni-Rat im Rahmen der Abberufung keine ordentliche Verhandlung durchgeführt habe, und ortete "massive Verfahrensfehler". Bekämpfen kann Mayr die Entscheidung beim Verwaltungsgerichtshof. Überlegt werde auch, zu beantragen, dass den Beschwerden aufschiebende Wirkung zuerkannt wird. Er übte scharfe Kritik an dem Uni-Gesetz, in dem das Abberufungsverfahren "überhaupt nicht geregelt" sei. Fink ortet "mittelalterliche Zustände", der Uni-Rat sei "Kläger und Richter in einem".

Vorwürfe des Uni-Rats verwundern Mayr
Der Betroffene selbst erklärte, er habe keinen Paragrafen verletzt. Seine Absetzung begründete er damit, dass er sich "nichts anschaffen lasse", er habe aber immer korrekt gehandelt. Die Vorwürfe des Uni-Rates würden ihn verwundern, meinte er, denn er habe seine Pläne vor seiner Wiederwahl detailliert bekannt gegeben.

Wie es nach der Entscheidung des Uni-Rates an der Uni Klagenfurt weitergehen wird, war vorerst nicht abzusehen. Geht es nach den Plänen des Uni-Rates, soll der bisherige Vizerektor Hubert Lengauer als interimistischer Rektor auftreten. Lengauer selbst wollte dazu am Freitag keine Stellungnahme abgeben.

Wissenschaftsministerium sieht keinen Grund einzuschreiten
Der Universitätsrat sei sich der Tragweite seiner Entscheidung bewusst, so die Ratsvorsitzende Herta Stockbauer. Nach sorgfältiger Prüfung habe es für das Gremium aber keine andere Möglichkeit als die Abberufung gegeben. Details zu den Hintergründen wollte Stockbauer unter Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht nicht nennen.

Spätestens seit November 2011 sind aber Probleme zwischen dem Universitätsrat und dem 64-jährigen Uni-Chef bekannt. Entzündet hatte sich der schon länger schwelende Konflikt um die richtige Führung der Uni an der vom Rektor betriebenen Errichtung eines Freizeitzentrums für Universitätsangehörige. Mayr war zuletzt mit einem "aufsichtsbehördlichen Verfahren" gegen das Abberufungsverfahren im Wissenschaftsministerium abgeblitzt. Dort sah man keinen Grund einzuschreiten.

Der Informatiker Mayr wurde 1990 ordentlicher Professor an der Klagenfurter Universität, im Februar 2006 dann Rektor. Regulär hätte er die Geschicke der Universität bis März 2014 leiten sollen. Angebote für eine einvernehmliche Trennung habe es gegeben, betonte Mayr, er habe diese jedoch abgelehnt.

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