Fr, 15. Dezember 2017

Kaspersky warnt

27.04.2012 08:32

Kampf gegen Viren: "Apple zehn Jahre hinter Microsoft"

Nutzer von Macintosh-Computern müssen sich nach Ansicht des führenden IT-Sicherheitsexperten Eugene Kaspersky auf eine Welle von Virenattacken einstellen. Das jüngst grassierende Schadprogramm Flashback, das Apple-Rechner befallen hatte, sei erst der Anfang, sagte Kaspersky der Website "Computer Business Review". Apple liege beim Kampf gegen Schadsoftware "zehn Jahre hinter Microsoft".

Sein Unternehmen stelle fest, dass sich immer mehr Schadsoftware gegen Macintosh-Computer richte, sagte der Gründer und Chef des Antiviren-Software-Herstellers Kaspersky Lab im Interview. Angesichts der wachsenden Verkaufszahlen für Apple-Rechner sei dies "nur eine Frage der Zeit und des Marktanteils" gewesen. Cyberkriminelle hätten Apple nun als lohnendes Ziel identifiziert, so Kaspersky.

"Willkommen in der Welt von Microsoft, Mac. Sie ist voller Malware", merkte der Experte zynisch an und ergänzte, dass Mac-Usern nun bevorstünde, was für Microsoft-Nutzer bereits seit über zehn Jahren Realität sei: "Updates, Sicherheitspatches und so weiter. Wir erwarten mehr und mehr (Angriffe auf Macs, Anm.), weil Cyberkriminelle aus ihren Erfolgen lernen - und das war der erste erfolgreiche Angriff", so Kaspersky gegenüber "Computer Business Review".

Trojaner befiel über 500.000 Macs
Apple hatte lange Zeit damit geworben, seine Rechner seien für Schadprogramme im Gegensatz zu PCs mit Microsofts Windows nicht anfällig. Tatsächlich wurde die meiste Schadsoftware für Windows geschrieben, das auf rund 90 Prozent aller Computer weltweit installiert ist. Anfang April räumte Apple aber ein, dass in Folge der steigenden Popularität zuletzt eine ganze Reihe von Macintosh-Rechnern durch das Schadprogramm Flashback (siehe Infobox) befallen wurden. Experten gingen von mehr als einer halben Million betroffenen Geräten aus.

"Apple muss Updatezyklus ändern"
Flashback nutzte eine Sicherheitslücke in der Software Java aus. Die Programmierer gaben ihre Schadsoftware als Aktualisierung des Adobe Flash Players aus, der zum Betrachten von Videos genutzt wird. War die Schadsoftware installiert, konnten Angreifer etwa Passwörter oder Bankdaten abgreifen. Kaspersky zufolge sei es nun die Aufgabe von Apple, seine Heransgehensweise an Updatezyklen für Patches zu ändern, wenn der Konzern seine Nutzer vor den zunehmenden Bedrohungen schützen wolle. "Sie werden sehr bald begreifen, dass sie dieselben Probleme haben werden, wie sie Microsoft vor zehn bis zwölf Jahren gehabt hat", so Kaspersky.

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