Sa, 16. Dezember 2017

Gleich um 2 Stufen

27.04.2012 08:14

US-Ratingriese Standard & Poor's stuft Spanien herab

Gleich um zwei Stufen hat die US-Ratingagentur Standard & Poor's Spanien herabgestuft. Es gebe erhebliche Risiken für das Wirtschaftswachstum und das Budget, erklärten die Bonitätswächter am Donnerstagabend. S&P setzte den Ausblick auf negativ und senkte die Bewertung des von der Schuldenkrise in Mitleidenschaft gezogenen Landes auf BBB+ von zuvor A.

Die Haushaltslage dürfte sich vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Probleme Spaniens verschlechtern, begründete S&P den Schritt. Gleichzeitig sei es möglich, dass das südeuropäische Land dem Bankensektor erneut unter die Arme greifen müsse. Die Agentur erklärte, sie glaube zudem nicht, dass die Arbeitsmarktreformen unter dem Strich in absehbarer Zeit Jobs schaffen würden.

"Reformen nicht berücksichtigt"
In einer ersten Reaktion kritisierte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Madrid die Entscheidung. S&P habe nicht ausreichend die angekündigten Reformen berücksichtigt, sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters am späten Abend. "Sie werden einen großen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage in Spanien haben."

Spanien gilt seit Längerem an den Finanzmärkten als Wackelkandidat. Der Refinanzierungsbedarf des Finanzsektors hat zuletzt Sorgen geschürt, das Land müsse auf Hilfsgelder seiner internationalen Partner zurückgreifen. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds haben die angeschlagenen Banken Spaniens aber ausreichend Kapital, um die Rezession auszuhalten.

Euro-Krise gewinnt wieder an Brisanz
Mit den Sorgen um Spanien nimmt die Schuldenkrise in der Euro-Zone wieder an Brisanz zu. Je schlechter eine Bonitätsnote, desto höhere Zinsen muss ein Land in der Regel für die Aufnahme neuer Schulden zahlen. Länder mit Spitzenrating "AAA" können sich entsprechend günstig Geld am Kapitalmarkt borgen.

Damit dürfte die Absenkung des Ratings durch S&P für zusätzlichen Druck auf Spanien sorgen, und der negative Ausblick bedeutet: Es droht eine weitere Herabstufung. Zuletzt hatte Standard & Poor's die spanische Bonität im Jänner heruntergesetzt.

S&P rechnet mit Einbruch der spanischen Wirtschaft
2013 will Spanien die EU-Defizitgrenze von drei Prozent wieder erreichen. Allerdings ist das südeuropäische Land gerade erst erneut in die Rezession abgerutscht. Nach Angaben der Zentralbank schrumpfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, als das Minus bereits bei 0,3 Prozent gelegen hatte. Standard & Poor's erklärte am Donnerstag, es rechne für 2012 mit einem Einbruch der spanischen Wirtschaft um 1,5 Prozent.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden