Fr, 15. Dezember 2017

Klimawandel-Folge

25.04.2012 14:04

Veränderte Winde lassen Antarktiseis schneller tauen

Einer internationalen Studie zufolge beschleunigen durch den Klimawandel veränderte Windströme über der Antarktis dort die Eisschmelze. Die Winde haben die Stärke und die Richtungen der Meeresströmungen demnach verändert und bewirken, dass das Schelfeis nicht nur von warmen Winden an der Oberfläche, sondern auch von der Unterseite her, durch warme Meeresströmungen, geschmolzen wird.

Bei Schelfeis handelt es sich um große auf dem Meer schwimmende Eisplatten, die mit Gletschern auf dem Land verbunden sind. "Überall dort, wo das Schelfeis vom Meer her geschmolzen wird, schmelzen auch die Gletscher an Land schneller", sagte der Hauptautor der Studie, Hamish Pritchard vom British Antarctic Survey. "Es ist diese Beschleunigung, die hauptsächlich für die zunehmende Eisschmelze auf dem Kontinent verantwortlich ist, und das trägt zum Anstieg des Meeresspiegels bei." An der Studie, deren Ergebnisse im Fachblatt "Nature veröffentlicht wurden, waren auch Wissenschaftler aus den USA und den Niederlanden beteiligt.

Daten mittels NASA-Satellit erhoben
Für ihre Forschungen sammelten die Forscher zwischen 2003 und 2008 mithilfe eines auf einem Satelliten der US-Weltraumbehörde NASA angebrachten Laser-Instruments Millionen von Daten. Durch diese konnten sie die Veränderungen der Dicke fast aller Schelfeis-Platten rund um die Antarktis in diesem Zeitraum nachvollziehen.

Von den 54 beobachteten Schelfeis-Platten würden 20 von warmen Meeresströmungen geschmolzen, teilten die Forscher weiter mit. Manche der Platten nehmen demnach um einige Meter pro Jahr ab. "Als Konsequenz fließt tonnenweise Eis der Gletscher ins Meer."

Die Forscher hoffen, dass sie in Zukunft mit ihren Erkenntnissen genauere Prognosen über das Ansteigen der Meeresspiegel machen können. "Wir sollten dazu nicht nur in den Himmel über der Antarktis blicken, sondern auch in das umliegende Meer", sagte Pritchard.

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