Mo, 18. Dezember 2017

Reichtümer im All

25.04.2012 09:12

US-Unternehmen will Asteroiden mit Robotern ausbeuten

Die US-Firma Planetary Resources hat am Dienstag in Seattle ihre Pläne zur Ausbeutung von rohstoffreichen Asteroiden vorgestellt. Binnen zehn Jahren will das von Peter Diamandis gegründete Unternehmen so weit sein, die Schätze im Weltall zu heben. Unterstützer wie die Google-Größen Larry Page und Eric Schmidt oder Hollywood-Legende James Cameron glauben an die Idee.

Diamandis hat das Unternehmen schon vor drei Jahren im Stillen mit seinem Partner Eric Anderson gegründet. Beide sind alt Bekannte in der privaten Raumfahrt, wo sich Gutbetuchte eine Reise ins All gönnen können. Unterstützung bekommt das Gespann unter anderem vom NASA-Astronauten Thomas Jones - und eben Geldgebern wie den Google-Milliardären.

"Universum ist voll von Rohstoffen"
"Das Universum ist voll von Rohstoffen, und wir machen sie für die Menschheit nutzbar", sagte Diamandis am Dienstag bei der Vorstellung der waghalsigen Pläne. Das Ganze sei "eine der größten kommerziellen Gelegenheiten" überhaupt. In den vergangenen Tagen waren bereits erste Details durchgesickert (Bericht in der Infobox).

"Wir sind schon dabei, das erste Gerät zu bauen", sagte Anderson. Binnen zwei Jahren will die Firma so weit sein, dass eine Vorhut an Raumfahrzeugen ins All starten kann. Allerdings wird es sich dabei nur um Teleskope namens Leo (Bild 2) handeln, die auskundschaften sollen, welche Asteroiden in Erdnähe (Bild 3) zur Ausbeutung lohnen. Erst später sollen Roboter (in Bild 1 rot markiert) aufsteigen, um die Bodenschätze zu heben und an Ort und Stelle aus dem Gestein zu lösen. Auf einen genauen Zeitplan wollte sich das Gründerduo aber nicht festlegen.

Firma hat es auf seltene Metalle abgesehen
Planetary Resources hat es vor allem auf seltene Metalle wie etwa Platin abgesehen. Ein Asteroid könne mehr Platin beinhalten, als jemals auf der Erde gefördert worden sei, sagte Diamandis. Er und sein Kompagnon sprechen von einem Multimilliarden-Dollar-Geschäft. "Es gibt eine gute Möglichkeit, dass wir scheitern", sagte Anderson. Aber wenn der Plan aufgehe, "verdienen wir viel Geld".

Was sich nach Science Fiction anhört, ist nach Angaben der Firma durchaus machbar. "Wir müssen die Kosten drastisch senken", sagte Ex-NASA-Mann Chris Lewicki, der das Projekt technisch leitet. Er war früher an einer Mars-Mission beteiligt und leitet nun ein Team von zwei Dutzend Ingenieuren. Weitere sollen hinzukommen.

Während die staatlichen Weltraum-Programme in den USA und Russland mit Sparmaßnahmen klarkommen müssen, hatten in den vergangenen Jahren wohlhabende Unternehmer private Projekte vorangetrieben. Google-Verwaltungsratschef und Geldgeber Schmidt verglich nun Planetary Resources mit der Eroberung des Wilden Westens - und hob in einer Erklärung hervor, wie wichtig es sei, neue Rohstoffquellen zum Nutzen der Menschheit zu erschließen.

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