Sa, 16. Dezember 2017

Klimawandel-Folge

25.04.2012 01:01

Studie: Asiatische Tigermücke breitet sich in Europa aus

Geht es nach englischen und belgischen Forschern, dann könnte die Klimaerwärmung zu einer steigenden Zahl Krankheiten übertragender Asiatischer Tigermücken in Nordwesteuropa und dem Balkan führen. Das Insekt ist als Überträger unter anderem von Dengue- und Chikungunya-Fieber potenziell gefährlich. Die Erkrankungen verursachen unter anderem starke Kopf- und Gliederschmerzen.

Den Ergebnissen der Forscher zufolge haben sich die klimatischen Bedingungen etwa in Frankreich, Italien, den Benelux-Ländern und den angrenzenden Gebieten Deutschlands bereits zwischen 1990 und 2009 aus Sicht der Tigermücke positiv verändert - es ist im Winter wärmer geworden. Dazu kommt mehr Niederschlag.

Hat sich schon in Italien festgesetzt
Vor allem in Italien hat sich die Mücke nach Angaben der Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse im Journal "Interface" der Royal Society veröffentlicht haben, daher bereits weitestgehend festgesetzt. Sie zählt zu den 100 sich am schnellsten verbreitenden Tieren der Welt.

In Gebieten mit zunehmender Trockenheit wiederum, etwa Südspanien oder Korsika, hat sich das Klima für die Tigermücke verschlechtert. Die Verbreitungsangaben basieren auf Daten vom Dezember 2011. Insgesamt gehen die Forscher um Cyril Caminade von der Universität Liverpool davon aus, dass sich das Klima etwa für den Zeitraum 2030 bis 2050 so verändert, dass die Tigermücke in weiten Teilen Europas die nötigen Lebensbedingungen findet.

"Momentan keine akute Gefahr"
Die Direktorin des Instituts für Tropenmedizin an der Charite in Berlin, Gundel Harms-Zwingenberger, sieht für die Menschen aber noch keinen Grund zur Sorge. "Die Mücke alleine machen es ja nicht. Sie brauchen immer eine Infektionsquelle", so Harms-Zwingenberger. Derzeit sei etwa Deutschland nicht stark gefährdet. "Das kann man sich zukünftig sicher mal vorstellen, aber momentan gibt es keine akute Gefahr."

Warnung aus Österreich
Die Tigermücke, mit weißen Streifen auf Beinen und Rücken, kommt ursprünglich aus Südostasien. Durch Eier und Larven, beispielsweise in gebrauchten Autoreifen oder Schnittblumen, verteilen sich die Tiere über die Handelswege in andere Länder. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit hatte schon vor mehr als zwei Jahren darauf hingewiesen, dass die Asiatische Tigermücke mit Glücksbambus verstärkt nach Europa importiert wird.

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