Mo, 18. Dezember 2017

Fall Trayvon Martin

24.04.2012 07:26

Todesschüsse: Polizeichef wird Rücktritt verwehrt

Im Skandal um die Todesschüsse auf den schwarzen Teenager Trayvon Martin in Florida ist dem zuständigen Polizeichef Bill Lee (Bild) der Rücktritt verwehrt worden. Wie die Lokalzeitung "Orlando Sentinel" am Montag meldete, habe die zuständige Kommission die Kündigung des obersten Polizisten der Ortschaft Sanford zurückgewiesen. Lee hatte auf die schweren Vorwürfe gegen ihn reagiert und sein Büro bereits vorübergehend geräumt.

Nach dem Aufruhr um die Tat wollte der Polizeichef den Hut nehmen. Doch seine Vorgesetzten lehnten seine Kündigung ab. Bill Lee soll im Amt bleiben, entschied das städtische Komitee.

Unterdessen plädierte der auf Kaution freigelassene Angeklagte George Zimmerman auf "nicht schuldig", berichtete der TV-Sender CNN. Sein Verteidiger Mark O'Mara hat außerdem beantragt, dass Zimmerman nicht persönlich bei der Anklageverlesung am 8. Mai erscheinen muss. Der freiwillige Wachmann in einer Weißen-Siedlung soll Ende Februar den unbewaffneten 17 Jahre alten Trayvon Martin bei einer Patrouille in Sanford erschossen haben. Er beruft sich auf Notwehrgesetze.

Erst nach Protestwelle erfolgte Anzeige
Die Polizei ließ Zimmerman nach dem Todesschüssen zunächst laufen und zeigte ihn nicht an. Erst Anfang des Monats - nach einer landesweiten Welle der Empörung - wurde er wegen Mordes angeklagt.

Seit Montag ist der spanisch-stämmige Zimmerman gegen eine Kaution von 150.000 Dollar (rund 114.000 Euro) bis zur Verhandlung auf freiem Fuß. Wo er sich nun aufhält, wurde nicht bekannt. Sein Verteidiger hatte zuvor gesagt, dass sich der 28-Jährige bis zum Prozess wahrscheinlich vor der Öffentlichkeit verbergen werde, wie er es bereits vor seiner Festnahme getan hatte. Sowohl Zimmerman als auch seine Familie hätten mehrere Todesdrohungen erhalten, zitierte CNN den Anwalt. Vergangene Woche hatte sich Zimmerman im Gerichtssaal bei den Eltern des Opfers entschuldigt.

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