Do, 14. Dezember 2017

Bis zu 177 Prozent

23.04.2012 15:21

Studie: Klimawandel lässt Getreidepreise schwanken

In den kommenden Jahrzehnten wird der Klimawandel zu stärkeren Preisschwankungen auf den Getreidemärkten führen. Das haben Forscher um Noah Diffenbaugh von der Stanford University in Kalifornien am Beispiel der Vereinigten Staaten untersucht. Gesetzliche Vorgaben wie etwa die verpflichtende Beimischung von Ethanol aus Getreide zu Kraftstoffen würden diese Schwankungen verschärfen.

Für ihre Studie analysierten die Wissenschaftler zunächst, wie sich die für die nächsten Jahrzehnte prognostizierten Veränderungen der Niederschlagsmengen und der Temperatur in den USA auf die Getreidepreise auswirken können. Ihr Ergebnis: Hätten die Kornpreise in den Jahren zwischen 1980 und 2000 um 43 Prozent variiert, seien es in den Jahren 2020 bis 2040 sogar 177 Prozent. Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel würden jedoch weniger starken Schwankungen unterliegen, schreiben die Forscher im Fachjournal "Nature Climate Change".

Als nächstes analysierten sie, wie sich der Ölpreis und energiepolitische Vorgaben auf die Preisschwankungen auswirken. Ohne ein Biokraftstoff-Gesetz, das die Beimischung einer bestimmten Menge an Bioethanol zu den Kraftstoffen vorgibt, variierten die Getreidepreise demnach weniger stark infolge der Klimaveränderungen. Ist 2020 ein solches Mandat in Kraft, sei die Anfälligkeit des Rohstoffpreises für die Klimaveränderungen jedoch erhöht.

Biokraftstoff als möglicher Preistreiber
Ein Biokraftstoff-Gesetz mache den Markt weniger flexibel, erläutern die Forscher. Prinzipiell biete die Herstellung von Biokraftstoffen jedoch gute Möglichkeiten, auf Schwankungen am Markt zu reagieren. Falle die Ernte etwa überdurchschnittlich gut aus und seien die Preise niedrig, könnten die Produktionsmengen erhöht werden. Bei schlechteren Erntemengen und hohen Getreidepreisen könne die Produktion vorrübergehend heruntergefahren werden und das Getreide zur Nahrungsmittelerzeugung oder als Tierfutter eingesetzt werden. Müsse jedoch zwingend Ethanol produziert werden, um die Vorgaben zur Kraftstoff-Beimischung zu erfüllen, treibe das die Getreidepreise in die Höhe.

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