Mo, 11. Dezember 2017

Echter Traumjob

23.04.2012 10:56

Handbuch zeigt: So entspannt arbeitet es sich bei Valve

Viele US-Internetfirmen sind für ihre tollen Arbeitsplätze bekannt, etwa Google und Facebook, wo flache Hierarchien und zahlreiche Zusatzangebote die besten Köpfe anlocken. Bei Spieleentwicklern dagegen geht es oft ruppig zu - massenhaft Überstunden und kaum zu erreichende Ziele setzen den Angestellten zu. Nicht so jedoch bei der Spieleschmiede Valve, wie das nun veröffentlichte "Handbuch für neue Angestellte" zeigt - fast zu schön, um wahr zu sein.

Das Valve-Handbuch bringt neuen Mitarbeitern auf lockere Art und Weise die Arbeitsgrundsätze des Unternehmens bei. Hält sich das Unternehmen - bekannt für Titel wie die "Half-Life"- und "Portal"-Serie sowie den Online-Spieledienst Steam - an die selbst aufgestellten Regeln, dürfte es sich um einen echten Traumjob handeln.

Schließlich fürchten die meisten Spieleentwickler zum Beispiel den sogenannten "Crunch Mode", also Krisen-Modus: Jene Zeit (meist mehrere Wochen) vor dem Verkaufsstart eines Games, in der sie beinahe pausenlos arbeiten, um letzte Fehler auszubügeln, und ihre Familien kaum noch sehen. Bei Valve sei das kein Thema, heißt es im Handbuch. Zwar könnten Überstunden vorkommen, doch erwünscht seien sie nicht.

Schließlich deute der "Crunch Mode" auf falsche Planung oder Kommunikation hin - dann müsste "etwas neu bewertet und korrigiert" werden, so Valve. Dies alles geschehe zum Wohl der Angestellten, schließlich werde am härtesten daran gearbeitet, gute Mitarbeiter anzustellen. "Wir wollen also, dass sie uns erhalten bleiben und eine gute Balance zwischen Arbeit und Familie und dem Rest der wichtigen Dinge des Lebens haben."

Gute Bezahlung als Grundsatz
Außerdem sei überdurchschnittliche Bezahlung bei Valve Normalität. Schließlich bringe jeder Mitarbeiter der Firma im Vergleich mehr ein als etwa bei Google oder Amazon. "Wir glauben fest, dass es daher das Richtige ist, den maximalen Betrag zurück in die Tasche jedes Angestellten zu geben." Schließlich gewinne Valve nichts, wenn die Personen nicht so gut bezahlt würden, wie sie wert seien, so das vorbildliche Credo.

Massage, Wäscheservice, Fitnesstudio und Co.
Zur Zufriedenheit dürften aber auch andere Annehmlichkeiten beitragen, die bei Valve selbstverständlich sind: Früchte und röstfrischer Kaffe zählen ebenso dazu wie die Möglichkeit, seine Wäsche waschen und sich massieren zu lassen. Auch ein hauseigenes Fitnessstudio steht bereit. "Und mach dir keine Gedanken, dass jemand über dich urteilt, weil du das alles ausnützt - entspann dich!", rät Valve. "All diese Dinge sind da, damit du sie benutzt."

Teamarbeit statt nörgelnder Chefs
Außerdem wird klargestellt, dass sich jeder Angestellte seine Projekte selbst aussucht - einen Chef, der ungeliebte Arbeit verteilt, gibt es schlichtweg nicht. "Wir haben gehört, dass andere Firmen den Leuten erlauben, einen Prozentsatz ihrer Zeit mit selbst bestimmten Projekten verbringen. Bei Valve liegt dieser Prozentsatz bei 100", so das Handbuch.

Bei Valve gebe es kaum Hierarchien, daher entscheide der Angestellte selbst, was ihn interessiere. Um genügend Mitarbeiter für ein Projekt zu rekrutieren, seien ständig Menschen unterwegs, um dafür zu werben. Ob man sich allerdings anschließe, bleibe jedem selbst überlassen. "Tatsächlich wirst du dir manchmal den Luxus wünschen, nur eine Person zu haben, die dir sagt, was du tun solltest - statt Hunderten."

Verantwortungsbewusstsein Voraussetzung
Dass die Arbeit trotz flacher Hierarchie funktioniere, liege am Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter. "Wie entscheidet Valve, woran gearbeitet wird? Genau so, wie wir auch andere Entscheidungen treffen: Wir warten, bis jemand entscheidet, dass es das Richtige ist, und lassen ihn dann andere Leute rekrutieren, mit ihm daran zu arbeiten. Wir vertrauen dem anderen, dass er diese Entscheidungen treffen kann, und dieses Vertrauen hat sich immer und immer wieder als wohlbegründet herausgestellt." Dennoch stelle man Entscheidungen immer wieder infrage. Zudem sei es besonders wichtig, nicht auf Annahmen, ungeprüfte Theorien und Volksweisheiten zu setzen.

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