So, 17. Dezember 2017

Teenager freut sich

23.04.2012 09:28

Japanischer Fußball nach Tsunami in Alaska aufgetaucht

Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami erhält ein japanischer Jugendlicher (Bild links) demnächst seinen verloren geglaubten Fußball auf wundersame Art wieder zurück. Ein Strandgutsammler entdeckte den Ball mehrere Tausend Kilometer entfernt an der Küste des Golfs von Alaska.

Der Fußball wurde auf einer Insel rund 130 Kilometer vom Festland entfernt entdeckt. Der 51-jährige David Baxter (Bild rechts) identifizierte den Ball dank einer Botschaft mit dem Namen der Schule (zweites Bild), die Mitschüler des Besitzers darauf geschrieben hatten. Der Finder erklärte, seine japanische Frau Yumi habe den Text übersetzt und den Ort der Schule recherchiert.

"Ich bin sehr dankbar, weil ich bisher nichts von meinen Sachen wiedergefunden habe", sagte der 16-jährige Misaki Murakami dem japanischen Fernsehsender TBS am Sonntag. Das Haus und der gesamte Besitz der Familie waren weggeschwemmt worden, als die riesige Flutwelle am 11. März 2011 seine Heimatstadt Rikuzentakata im Nordosten Japans traf.

Geisterschiff vor Küste versenkt
Erst Anfang April hatte die US-Küstenwache vor Alaska ein japanisches Geisterschiff versenkt, das seit der Tsunami-Katastrophe herrenlos über den Pazifik getrieben war (siehe Infobox). Das Geisterschiff, sind Experten überzeugt, war jedoch nur der bisher größte Vorbote einer gefürchteten Müll- und Trümmerinvasion an der nordamerikanischen Westküste.

"Das ist gerade erst der Anfang", meint der Ozeanograph Curtis Ebbesmeye. Nach seinen Beobachtungen werden kleine Trümmerteile schon seit vergangenem Herbst in Kanada und den US-Staaten Alaska, Washington, Oregon und Kalifornien angespült. "Wir sind im Countdown für Oktober, wenn vermutlich die größte Masse ankommt. Wir sollten uns auf eine riesige Reinigungsaktion gefasst machen", prophezeit der pensionierte Meereskundler.

1,5 Millionen Tonnen könnten noch auf Meer treiben
Die US-Bundesbehörde für Wetter und Ozeanographie, NOAA, will sich indessen ohne handfeste Beweise nicht auf die Herkunft des Treibguts festlegen. Nur bei dem Geisterschiff und zwei kleineren Booten war der Zusammenhang mit der Tsunami-Katastrophe klar zu belegen. Nach Schätzungen der japanischen Regierung gingen damals fünf Millionen Tonnen Trümmer ins Meer. "70 Prozent sind schnell gesunken, damit könnten immer noch 1,5 Millionen Tonnen umhertreiben", rechnet Diana Parker von der Abteilung für Meeresabfälle in Washington vor.

Nach dem neuesten Computer-Model von NOAA-Mitarbeiter Doug Helton in Seattle könnten Strömung und Wind die ersten Trümmerteile jedoch schon vor Monaten angespült haben. "Das Meiste treibt noch im Meer - über einen größeren Raum verteilt, in einem komplizierten System von Strömungen. Einige Teile, darunter Bojen und Plastikbehälter, sind allerdings schneller vorangekommen", erklärt Helton.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden