Fr, 15. Dezember 2017

"Keine Fortschritte"

22.04.2012 09:55

UNO-General Ban sagt Zypern-Konferenz ab

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat eine internationale Konferenz zur Wiedervereinigung Zyperns abgesagt. Die griechischen und türkischen Zyprioten hätten bei ihren Gesprächen keine ausreichenden Fortschritte erzielt, sagte Bans Sprecher am Samstag.

Ban hatte zuvor Telefonate mit dem griechisch-zyprischen Präsidenten Dimitris Christofias und seinem türkisch-zyprischen Gegenüber Dervis Eroglu geführt. Am Freitag war Ban außerdem mit dem Sonderberater der UNO auf Zypern, Alexander Downer, zusammengetroffen. Dieser hatte die Konferenz ursprünglich Anfang Mai abhalten wollen.

Anfang Jänner hatte Ban die Konfliktseiten aufgefordert, ihre Gespräche bis zum 1. Juli 2012 erfolgreich abzuschließen (siehe Infobox), wenn Zypern die rotierende EU-Ratspräsidentschaft übernimmt. Schon in seiner Einladung zu den Verhandlungen in New York hatte der UNO-Generalsekretär gewarnt, dass eine Lösung während des zypriotischen Vorsitzes nur noch schwieriger sei.

Wiedervereinigung 2004 geplatzt
Ein UNO-Plan zur Wiedervereinigung war 2004 von den griechischen Zyprioten in einem Referendum massiv verworfen worden. Begründet wurde die Ablehnung damit, dass der Plan dem Großteil der nach der türkischen Militärinvasion aus dem Norden Vertriebenen bzw. deren Nachkommen die Rückkehr in ihre Heimatorte verwehrte, zugleich aber vorsah, dass ein beträchtlicher Teil der angesiedelten Festlandtürken auf der Insel bleiben kann. Die türkischen Zyprioten hatten für den Plan votiert.

Zypern ist seit 1974 geteilt. Damals waren türkische Truppen nach einem vom damaligen griechischen Militärregime in Athen mit Wissen des US-Geheimdienstes CIA inszenierten Putsch gegen den zypriotischen Präsidenten Erzbischof Makarios auf der Insel gelandet, um deren Anschluss an Griechenland zu verhindern. Die Truppen besetzten 37,5 Prozent des Inselterritoriums. 200.000 griechische Zyprioten wurden aus dem Norden vertrieben, etwa 50.000 türkische Zyprioten flüchteten aus dem Süden in den Norden.

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