Fr, 15. Dezember 2017

Wohn-Trend

20.04.2012 13:30

Glanz, Glitter und Kuhfell - die Tapete ist zurück

Sie teilen ein Schicksal: Gleich ist Teppichen und Tapeten, dass ihre Wiege in Schlössern und Häusern der Reichen und Mächtigen lag. Dann galten sie einige Jahrzehnte als das "Must-have" so gut wie jeden Haushalts, bis sie puristischem Design mit farbig gestalteten Wänden und nackten Holzböden wichen. Doch nun feiern sie ein triumphales Comeback. Vor allem Tapeten glänzten heuer - zum Teil im wahrsten Sinn des Wortes - auf den großen internationalen Wohndesign-Messen.

Verantwortlich für diesen neuen Trend zur Tapete sind vor allem zwei Entwicklungen. Der Rückzug in die eigenen vier Wände, auch "Cocooning" genannt, ist heute aktueller denn je. Und verbringt man schon so viel Zeit zu Hause, dann soll es dort so richtig wohnlich-gemütlich sein. Vor allem aber soll der eigene Wohn-Stil auf den ersten Blick erkennbar sein. Und, da sind sich die Einrichtungsexperten einig, mit kaum einer anderen Maßnahme lässt sich das Gesamtbild der gesamten Wohnung so einfach nach individuellen Vorlieben gestalten wie mit modernen Tapeten.

Der zweite Grund ist ein ganz praktischer: Materialien und Designs der Tapeten haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt und sind sehr vielfältig geworden. Auch in puncto Verarbeitung und Pflege hat sich bei den Tapeten einiges getan: Unfreiwillig komische Tapezierversuche ungeschickter Heimwerker sind zwar heute noch immer nicht ganz ausgeschlossen, aber das Risiko dafür ist wesentlich geringer.

Farbe oder Tapete an der Wand?
Beide Gestaltungsvarianten haben ihre Vor- und Nachteile. Wofür man sich also letztlich entscheidet, ist reine Geschmackssache. Allerdings kann die Tapete etwas, was auch die noch so kreativste Farbgestaltung schwer bis gar nicht ermöglicht: Tapeten schaffen schlagartig eine Oberflächenstruktur in der Raumgestaltung. Damit können - je nach Geschmack - sehr einfach verschiedenste Wohnstimmungen geschaffen werden: Von kuschelig-samtig über elegant-strukturiert bis hin zu metallisch-cool reichen dank neuer Materialien und Designs die Möglichkeiten.

Und noch ein Punkt spricht für die Tapete: Will man den Raum mit bunten Farben gestalten, ist das Ausmalen in Eigenregie gar nicht so einfach. Zumindest, wenn das Ergebnis sich wirklich sehen lassen soll.

Wer sich überhaupt nicht zwischen Wandfarbe und Tapete entscheiden kann, verbindet einfach beides: Bei der bewährten Raufaser-Tapete handelt es sich um eine Strukturwandbekleidung aus Papier mit eingearbeiteten Holzfasern. Sie kann auch sehr gut nachträglich überstrichen werden.

Tapezieren kinderleicht
Gute Nachricht für alle, die fürchten, beim Tapezieren doch etwas falsch zu machen: Vliestapeten, eine der erfolgreichsten Neueinführungen am Tapetenmarkt der vergangenen Jahre, sollen das Tapezieren kinderleicht machen. Das Trägermaterial der Tapete besteht aus feuchtigkeitsbeständigem und stabilem Kunstfaservlies. Dadurch übertragen sich kleinere Risse in der Wand nicht mehr auf die Tapetenoberfläche. Ein weiterer Vorteil ist die leichte Verarbeitung: Im Gegensatz zu herkömmlichen Tapeten wird bei der Vliestapete nämlich die Wand und nicht jede einzelne Tapetenbahn eingekleistert. Auch das mitunter mühselige Ausmessen entfällt, da die Tapete einfach an der Decke angesetzt wird und dann am Boden mit dem Cutter beschnitten wird (kein Tapezierertisch erforderlich!).

Vliestapeten sind aufgrund ihrer Formstabilität auch sehr gut in Nassräumen einsetzbar. Und: Hat man Lust auf eine neue Wandgestaltung, lassen sich diese Tapeten einfach von der Wand ziehen!

Tipp: Vor Aufbringen der Vliestapeten sollten die Wände nicht nur trocken und sauber sein, sondern auch mit Tapetengrund vorbehandelt werden. Vliestapeten sind im Vergleich zu Papiertapeten etwas schwerer, dies muss bei der Wahl des Kleisters berücksichtigt werden (höhere Klebekraft!).

Glitter, Glanz und Kuhfell
Manches der neuen Tapetendesigns klingt wie ein wahr gewordener Wohn-Albtraum, so zum Beispiel das Kuhfell als Tapetendesign großflächig an der Wand. Naturimitationen zählen heuer zu einem der großen Trends im Tapetendesign. Es muss aber nicht unbedingt gleich das Kuhfell sein – auch eingearbeitete Holzsplitter, kleine Steinchen oder Steinimitationen sind angesagt. Wie weit dieser Trend gehen kann, zeigen exklusive Tapetenlinien, die Natursteine und Betonoberflächen an die Wand bringen. Keinesfalls nur als Imitationen, sondern auch gleich zum Anfassen. So gibt es zum Beispiel eine Echtstein-Tapete, die im Steinbruch Bahn für Bahn hauchdünn abgebaut und auf einen Tapetenrücken aufgebracht wird. Als Ergebnis bleiben Struktur und Maserung erhalten.

Es darf geprotzt werden - so das Motto des zweiten bedeutenden Designtrends. Goldene Glitzersteine, funkelnde Kristalle, Farben von schwerem Silber bis dunkler Pflaume kennzeichnen Motive dieser Linie. Mit den richtigen Möbelstücken kombiniert, sind die Wirkungen oft ganz erstaunlich.

Bunt, knallig und am besten noch große Muster – auch bei der dritten angesagten Tapetendesign-Linie scheiden sich die Geister: Erinnern die Motive doch häufig an die Schreckgespenster der 70er- und 80er-Jahre. Und das ist auch durchaus gewollt. Unter die Retro-Linie fallen vor allem großflächige Gestaltungen, ob nun abstrakt, geometrisch oder floral.

Tipp: Bei allen gemusterten Tapeten stets die Verabeitungshinweise auf den einzelnen Rollen beachten, damit die einzelnen Bahnen ein perfektes Gesamtbild ergeben.

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