Do, 14. Dezember 2017

MRS-Team verzichtet

19.04.2012 14:03

Vor dem Grand Prix geht in Bahrain die Angst um

Zwei Force-India-Teammitglieder reisten am Donnerstag schockiert ab, nachdem sie Zeugen eines Anschlags wurden, der MRS-Rennstall verzichtet auf den Start im Porsche-Supercup: Schon im Vorfeld des Formel-1-Rennens in Bahrain waren die Unruhen und möglichen Gefahren im Golfstaat trotz anderslautender Versprechungen erstmals auch für Mitglieder des PS-Zirkus greifbar. Die Angst vor Zwischenfällen am Wochenende wurde dadurch noch weiter geschürt.

Die Versuche der Bahrainer, sich ihr prestigeträchtiges Rennen nicht "kaputtmachen" zu lassen, erscheinen spätestens seit Mittwochabend höchst zweifelhaft. Denn da wurden vier Mechaniker des Rennstalls Force India Zeugen eines Anschlages. Der Bus mit den Mitgliedern des Teams musste auf dem Rückweg von der Strecke zum Hotel anhalten, da auf der Straße eine Benzinbombe detoniert war.

Von den Team-Mitgliedern wurde niemand verletzt. Zwei Force-India-Angestellte zogen daraus für sich aber die Konsequenz, nach Hause zu fliegen. Zuerst hatte nur ein Angehöriger des Teams die Heimreise angekündigt. Schließlich entschieden sich ein Data-Ingenieur und ein Funkkontakter des Force-India-Teams für die Abreise nach Großbritannien. Zudem erklärte ein Mann indirekt, dass sich die FIA mit dem Zwischenfall beschäftigen werde: "Ich möchte nicht spekulieren, aber das Thema ist nun in der Öffentlichkeit." Nachdem die Bombe ein Loch in die Straße gerissen hatte, hatte sich ein Stau gebildet. In diesem stand auch das Auto der Force-India-Mitarbeiter, sodass die Mechaniker die Folgen des Zwischenfalls mit eigenen Augen sahen.

Menschen liefen aufgeschreckt umher, ob und wie viele verletzt wurden, ist noch nicht bekannt. Klar ist: Wenige Sekunden später hätten auch die Force-India-Angestellten Opfer des Anschlags werden können. Dies zeigt, dass die Beteuerungen, für die Mitglieder der Formel-1-Familie bestehe keinerlei Gefahr, nicht haltbar sind.

MRS-Team geht nicht an den Start
Doch während sich die Formel-1-Rennställe vertragsgetreu der FIA-Vorgabe beugten und Williams sogar eine Catering-Managerin entließ, die die Reise nach Bahrain verweigerte, zog der Deutsche Karsten Molitor sein MRS-Team vom Rahmenrennen des Porsche-Supercups zurück. "Wir wollten damit keine Stellung beziehen, wir hatten schlicht und ergreifend Sicherheitsbedenken. Ich bin für die Teammitglieder verantwortlich und wollte nicht, dass etwas passiert", sagte Molitor.

Mit dem Rückzug riskiert der Rennstall sogar, möglicherweise für den Rest der Saison nicht mehr nicht mehr punktberechtigt zu sein und auch kein Preisgeld mehr zu bekommen. "Ich gehe nicht davon aus, dass das passieren wird. Wir respektieren, wenn jemand runtergeht, und wir möchten auch respektiert werden, wenn wir zu Hause bleiben", sagte Molitor. Reaktionen habe er seit dem Entschluss nicht bekommen.

Bahrains Regierung ortet Anti-F1-Kampagne
Derweil attackierte das bahrainische Ministerium für Menschenrechte und soziale Entwicklung in einer offiziellen Mitteilung die Organisation Human Rights Watch und bezeichnete deren Statement als "ausgedacht, bewusst und vorsätzlich, um die Situation genau gegenteilig darzustellen als sie in Wirklichkeit ist". Der Geschäftsführer der Rennstrecke, Fayaz Ramzy Fayez, sprach von einer "Nervosität, die durch unnötige Medienberichte" geschürt worden sei.

Die örtliche Zeitung Daily Tribune titelte am Donnerstag in großen Buchstaben: "Die Anti-F1-Kampagne ist gescheitert." Skurrilerweise versicherte auch der Ökonom Jasim Husain, fünf Jahre lang Spitzenvertreter der schiitisch-islamischen Gesellschaft Wifak: "Die Bahrainer sind ein tolerantes Volk, das Gewalt ablehnt." Einen Tag zuvor war er noch mit den Worten zitiert worden: "Ich habe durchaus Angst, dass es zu einigen Zwischenfällen kommen wird."

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