Mi, 13. Dezember 2017

Letzter Flug

17.04.2012 17:15

Shuttle "Discovery" flog huckepack in die Pension

Die US-Raumfähre "Discovery" hat huckepack auf einer Boeing 747 ihren Flug in die Pension absolviert. Nach einer Ehrenrunde über der US-Hauptstadt Washington landeten Flugzeug und Spaceshuttle am Dienstag am Dulles International Airport im Bundesstaat Virginia. Von dort wird die meistgereiste Raumfähre ins Udvar-Hazy Centre gefahren, einer Dependance des Smithsonian Museums in der Nähe des Flughafens.

Um 7 Uhr Ortszeit (13 Uhr MESZ) verließ das Spaceshuttle planmäßig den Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida (siehe Video oben). Auf der Website der US-Raumfahrtagentur NASA konnte man via Videostream und Twitter-Nachrichten den letzten Flug der "Discovery" verfolgen. Kurz nach 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr MESZ) landete die Boeing mit der Raumfähre am Internationalen Flughafen Dulles im Bundesstaat Virginia.

Tausende Schaulustige warteten am Hauptsitz des Smithsonian Museums in der Innenstadt von Washington, da das Tandem aus Flugzeug und Raumfähre zwischen 10 und 11 Uhr Ortszeit über der Hauptstadt kreiste. Die NASA und das Museum hatten die Autofahrer vor dem Spektakel aufgefordert, die Aufmerksamkeit aber lieber auf den notorisch stockenden Verkehr zu richten.

Am Wochenende hatten Mitarbeiter von Cape Canaveral die "Discovery" auf dem Rücken des Transportflugzeugs befestigt. In der Vergangenheit waren die Raumfähren auf diese Weise nach ihrer Landung in Kalifornien zurück nach Florida gebracht worden. Am Flughafen in Virginia fehlt jedoch die Expertise und Ausrüstung von Cape Canaveral. Deshalb haben 45 Flughafen-Mitarbeiter stundenlang geübt, um die Raumfähre mit zwei riesigen Kränen vom Flugzeug zu heben.

Ende der Spaceshuttle-Ära
Im vergangenen Jahr hatte die NASA die Spaceshuttle-Ära für beendet erklärt. Im Juli flog die Raumfähre "Atlantis" ein letztes Mal ins All (siehe Infobox). Nun sollen die Raumfähren des Spaceshuttle-Programms in verschiedenen Museen des Landes ausgestellt werden.

Die "Discovery" ist die älteste und meistgereiste Raumfähre der Flotte, nun findet sie auch als erste eine neue Heimat. Im Jahr 1984 unternahm sie ihren Jungfernflug ins All und hat zusammengerechnet ein ganzes Jahr in der Erdumlaufbahn verbracht. Nach der "Challenger"-Katastrophe 1986 kehrte die "Discovery" als erste Fähre ins All zurück. Auch nach der Zerstörung der "Columbia" bei Wiedereintritt in den Orbit im Jahr 2003 war es die "Discovery", die die bemannte Raumfahrt wieder aufnahm. 14 Astronauten waren bei den beiden Unglücken zu Tode gekommen.

"Discovery" brachte "Hubble" ins All
Die "Discovery" trug auch das bahnbrechende "Hubble"-Teleskop, das bis heute spektakuläre Bilder liefert, ins All und dockte als erste US-Raumfähre an die russische Raumstation Mir an. "Die 'Discovery' war der Star der Shuttle-Flotte", sagt Museums-Kuratorin Valerie Neal. "Sie tat alles, was eine Raumfähre tun sollte. Und mehr davon als die anderen."

Das Flugzeug, das die "Discovery" nach Virginia transportiert, fliegt danach weiter nach New York. Dann trägt es die "Enterprise", die in ein Museum in New York kommt. Bisher stand diese Fähre, die zwar Testflüge machte, aber nie im All war, im Smithsonian Museum. Die NASA möchte die ausrangierten Raumfähren möglichst weit verstreut im ganzen Land ausstellen. Die "Endeavour" kommt nach Kalifornien, während die "Atlantis" zu Hause in Cape Canaveral bleibt.

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