Mi, 13. Dezember 2017

Ausblick stabil

17.04.2012 13:20

Fitch bestätigt Bestnote "AAA" für Österreich

Die Ratingagentur Fitch hat Österreichs Kreditwürdigkeit erneut mit der Bestnote Triple-A bewertet, der Ausblick bleibt stabil. Die Republik habe solide wirtschaftliche Fundamentaldaten, eine geringe Arbeitslosigkeit und eine "relativ günstige" Fiskalposition innerhalb der Euro-Zone, begründete die Agentur am Dienstag ihre Entscheidung.

Trotz der starken Fundamentaldaten sei das Osteuropa-Engagement österreichischer Banken "signifikant, aber derzeit kein materielles Risiko für Österreichs 'AAA'-Status", betonte Gergely Kiss, Direktor der Staatsanleihen-Abteilung bei Fitch. Eine Verschlechterung der Bilanzen der heimischen Banktöchter in Osteuropa könnte aber "Druck auf das Rating ausüben".

Franken als "Quelle für Verwundbarkeit"
Die Agentur sieht die aus dem Inland stammenden Risiken für die Finanzstabilität in Österreich aufgrund der Rekapitalisierung und Banken-Verstaatlichung nur als "limitiert". Der Frankenkreditanteil an der heimischen Kreditvergabe von 30 Prozent sei aber "eine Quelle für Verwundbarkeit".

Positiv bewertet die Agentur die heimische Budgetpolitik: Die öffentlichen Verschuldungs- und Budgetdefizit-Ziele im mittelfristigen Konsolidierungsprogramm von Februar 2012 seien "ambitionierter" als die Ziele im Stabilitätsprogramm 2011. Das kleiner als erwartete Budgetdefizit 2011 und die Vorherrschaft von Ausgabenkürzungen würden "eine günstige Ausgangsposition für die Konsolidierung" ergeben.

Faymann: "Österreich ist hervorragend aufgestellt"
Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger zeigten sich am Dienstag erfreut über die Bestätigung der Bestnote. "Damit zeigt sich, dass die Republik Österreich hervorragend aufgestellt ist, dass sie international Vertrauen genießt und bei Staatsanleihen nach wie vor zu den sichersten und verlässlichsten Emittenten zählt", so Faymann.

Auch Spindelegger sieht durch die erneute Bestnote die heimische Wirtschafts- und Finanzpolitik bestätigt: "Mit dem Reformpaket haben wir bewiesen, dass wir die Einsparungen ernst nehmen, unser Budget auf gesunde Beine stellen und bis zum Jahr 2016 ein Nulldefizit anpeilen", betonte der Vizekanzler. Dies sei auch von Fitch honoriert worden. Die Regierung habe aber "diese Schritte nicht gesetzt, um Ratingagenturen zu beeindrucken".

Kein Anstieg der Zinsen nach S&P-Rating
Im Gegensatz zu Fitch hatte die US-Ratingagentur S&P die Bonität Österreichs und Frankreichs am 13. Jänner auf "AA+" gesenkt. Die Herabstufung führte aber nicht zu dem befürchteten Anstieg der Zinsen für österreiche Staatsanleihen. Im Gegenteil: Trotz Verlust des Triple-A bei S&P zahlte Österreich jüngst bei einer Auktion die niedrigsten jemals verzeichneten Zinsen. Moody's wiederum hat Österreich seine Bestnote "AAA" belassen, aber mit negativen Ausblick versehen.

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