Sa, 16. Dezember 2017

Befehl von oben

17.04.2012 14:23

Red Bull zwingt Vettel Webbers Auspuff auf

Sebastian Vettel hat grobe Probleme mit seinem neuen Boliden. "Das Auto ist nicht gut, das gibt kein Vertrauen. Dadurch macht er Fehler, die er vorher nicht gemacht hat", analysierte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko schonungslos die Lage des deutschen Formel-1-Weltmeisters vor dem Grand Prix von Bahrain. Auf der Suche nach Auswegen aus dem Formtief darf Vettel nun auch seine alte Auspuffvariante nicht mehr nutzen und muss stattdessen das Modell seines Stallrivalen Mark Webber fahren.

Das Team habe sich laut Marko nach dem Rennen in China für eine "einheitliche technische Abstimmung" entschieden. Vettel muss sich daher seinem Teamgefährten anpassen, der im Gegensatz zum Deutschen zuletzt bereits eine modifizierte Auspufflösung bevorzugt hatte.

Der Titelverteidiger hingegen war im Kampf gegen die Probleme ein paar Schritte zurück gegangen und hatte die ursprüngliche Heckvariante genutzt. Doch in der Qualifikation landete Vettel als Elfter erneut klar hinter Webber. Im Rennen war so kaum mehr als Platz fünf möglich. "Wir haben eine Menge gelernt. Hoffentlich nehmen wir die richtigen Lektionen mit und schlagen die richtige Richtung ein", sagte Vettel.

Vettel muss Webbers Weg gehen
Nun hat sich Red Bull für einen Weg entschieden - und der Doppelchampion muss ihn mitgehen, auch wenn er seinem Fahrstil nicht entgegenkommt. "Mark ist gegenüber dem Fahrverhalten unempfindlicher. Mark braucht einfach vier Räder, damit lebt er dann. Vettel kann das nicht", sagte Marko. Auf die offenkundigen Schwächen des RB8 reagiert der Deutsche daher sensibler als der Australier. Dem Red Bull fehlt nicht nur die Geschwindigkeit auf der Geraden, auch aus den Kurven kommt das Auto nicht mehr so schnell wie in den Vorjahren.

Neue Regeln beenden Red-Bull-Dominanz
Damit ist auch die Dominanz von Vettel und Red Bull dahin, genau wie es die Regelhüter mit ihren neuen Bestimmungen für diese Saison bezweckt hatten. In der vergangenen Saison fuhr das Team 18 von 19 Pole Positions ein, Vettel gewann elf Rennen. In den ersten drei WM-Läufen dieses Jahres schaffte es Red Bull höchstens auf Startplatz vier und kam durch Vettels zweiten Rang in Australien nur einmal aufs Podium.

"Das ist auf diverse technische Änderungen, die bewusst gegen Red Bull durchgesetzt wurden, zurückzuführen", ist Marko überzeugt. Der Grazer meinte zudem, dass die aktuellen Reifen eine Charakteristik hätten, "die von niemandem durchschaut wird". Marko weiter: "Das soll aber nicht entschuldigen, dass unser Auto nicht auf dem Stand ist, auf dem es sein soll." Vettel brauche ein Auto, das gewisse Voraussetzungen erfülle. "Nur dann kann er diesen 'Vettel-Faktor' ausspielen." Der Ex-Rennfahrer mahnte aber zur Ruhe. "Wir müssen sachlich bleiben. Hektik oder Lautstärke hilft jetzt nichts", sagte Marko, der für Bahrain noch keinen Leistungssprung erwartet.

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