Mi, 22. November 2017

Forschungsprojekt

16.04.2012 10:24

Heimische Hirsche werden ab 2012 mit GPS überwacht

Der Rothirsch ist das größte Säugetier im Nationalpark Kalkalpen und zählt zu einer der wichtigsten Arten in diesem Schutzgebiet. Im Rahmen eines Forschungsprojekts der Österreichischen Bundesforste gemeinsam mit der Nationalpark Gesellschaft und der Universität für Bodenkultur Wien wird das Rotwild erstmals in der Geschichte des Nationalparks mit GPS-Halsbändern ausgestattet. Das Projekt startet 2012 und läuft voraussichtlich bis 2015/16.

"Wir wollen die Wanderbewegungen der Rothirsche erforschen und genau dokumentieren. Die Erkenntnisse sollen dazu dienen, das Wildtiermanagement im Nationalpark fundiert zu optimieren", erklärt Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), die den Großteil der Flächen im Nationalpark Kalkalpen betreuen. Die bis zu 180 kg schweren Pflanzenfresser sind schwer zu beobachten und kennen die Grenzen des Nationalparks nicht. In der Ruhezone des Nationalparks (rund 50% der Fläche) wird das Wild nicht mehr bejagt. Das Verhalten der Rothirsche in dieser neuen Situation ist weitgehend unbekannt.

Hirsche senden SMS
Insgesamt 23 Rothirsche, vorwiegend weibliche Tiere, werden mit GPS-Halsbandsendern ausgestattet (Bild). Mehrmals pro Tag wird die Position der Hirsche über zwei Jahre lang erfasst und per SMS an die MitarbeiterInnen des Nationalparks übermittelt. Bei ihren Wanderungen durchstreifen die Rothirsche ein rund 50.000 Hektar großes Gebiet, das sich nicht nur auf die Flächen des Nationalparks Kalkalpen im Reichraminger Hinter- und Sengsengebirge erstreckt, sondern auch angrenzende Wälder umfasst.

Die Besenderung findet bei den Winter-Fütterungen statt, zu denen sich die Tiere regelmäßig einfinden. An den Fütterungen im Nationalpark finden die Tiere in schneereichen Wintern ausreichendes Nahrungsangebot, sodass der Bestand in den Kalkalpen heute mehrere hundert Rothirsche umfasst. In den artenreichen Mischwäldern finden die Tiere optimale Lebensbedingungen vor, die Ruhezonen bieten dem Wild einen einzigartigen Rückzugsraum.

Hirsch-Monitoring auch im Nationalpark Donau-Auen geplant
Auch im Nationalpark Donau-Auen, der mehrheitlich auf Flächen der Bundesforste liegt, stellen die Bundesforste die Au-Hirsche unter Beobachtung. Mittels GPS-Besenderung sollen die Wanderbewegungen der Tiere ganzjährig verfolgt und analysiert werden. "Wir wollen beobachten, wo sich die Tiere bevorzugt aufhalten, ob sie Ruhezonen nutzen und wie sie sich etwa bei Hochwasser verhalten", erklärt Erlacher. Auf Basis des Datenmaterials kann das Wildtiermanagement optimiert und die Lebensraumbedingungen für die Au-Hirsche verbessert werden.

Besendert werden fünf weibliche und fünf männliche Tiere für je zwei Jahre. Das von der Nationalpark Gesellschaft Donau-Auen und der Universität für Bodenkultur unterstützte Projekt läuft bis 2014, danach liegen erste Auswertungen vor.

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