Mo, 11. Dezember 2017

Nordkorea feiert

15.04.2012 14:27

Militärparade zum 100. Geburtstag des Staatsgründers

Zwei Tage nach einem missglückten Raketentest hat Nordkorea mit einer großen Heerschau militärische Stärke demonstriert. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des als "ewiger Präsident" verehrten Kim Il Sung hielt dessen Enkel und neuer Machthaber Kim Jong Un am Sonntag erstmals eine öffentliche Rede, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde. Dabei bekräftigte er, die "Militär zuerst"-Politik seines im Dezember gestorbenen Vaters und Vorgängers Kim Jong Il fortsetzen zu wollen.

An der Seite ranghoher Militärs und Funktionäre verfolgte Kim Jong Un von einer Tribüne aus die Parade auf dem Kim-Il-Sung-Platz. Rote Flaggen tragende Soldaten marschierten dabei im Stechschritt und unter Trommelschlägen an Kim vorbei.

Erste öffentliche Rede
Mit seiner Rede sollte nach Meinung von Beobachtern vor allem Kontinuität demonstriert werden. Er erweise den "großen Genossen Kim Il Sung und Kim Jong Il den höchsten Respekt und die größte Ehre", sagte der noch nicht 30-jährige neue Machthaber. Kim, der einen schwarzen "Mao"-Anzug trug, las dabei in monotonem Ton von einem Blatt.

"Wir sollten die Volksarmee in jeder möglichen Form stärken", sagte Kim Jong Un, der wie sein Vater und Großvater Partei- und Armeechef des verarmten, aber hochgerüsteten Landes ist. Die Ära, in der man mit Atomwaffen sein Land bedrohen oder erpressen konnte, sei für immer vorbei. "Die Überlegenheit in der militärischen Technologie ist kein Monopol der Imperialisten mehr."

Die jahrzehntelange Spaltung der koreanischen Halbinsel stimme ihn traurig. Er grüße die Südkoreaner und alle, die sich für eine Wiedervereinigung und den Wohlstand der Völker einsetzten.

Neuer Führungsstil?
Für den südkoreanischen Professor Kho Yu Hwan zeugt der Auftritt des dritten Kim an der Spitze des Landes für einen neuen Führungsstil. Abweichend von der bisherigen Praxis Fehlschläge zu verschweigen, hatte Nordkorea am Freitag das Scheitern des Raketenstarts gemeldet (siehe Infobox).

Mit dem Start der Rakete, die nach nordkoreanischen Angaben einen Satelliten ins All befördern sollte, wollte das Regime auch Kim Il Sungs Geburtstag feiern. Die USA, Südkorea, Japan und andere Länder sahen darin den verdeckten Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Der Test wurde als Provokation und Verstoß gegen UN-Resolutionen verurteilt.

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