Mo, 11. Dezember 2017

Nach Test im Norden

14.04.2012 16:00

Südkoreas Marine sucht nach Raketen-Trümmern

Einen Tag nach einem missglückten Raketentest in Nordkorea sucht die südkoreanische Marine weiter nach Trümmerteilen. Diese waren 100 bis 150 Kilometer vor der Westküste Südkoreas ins Gelbe Meer gestürzt. Südkorea werde von Schiffen der US-Marine unterstützt, hieß es am Samstag. Die USA und Südkorea hoffen, dass die Analyse von Überresten näheren Aufschluss über den Stand der nordkoreanischen Raketentechnik gibt.

An der Suche nach den Raketentrümmern beteiligten sich nach Berichten des südkoreanischen Rundfunks unter anderem ein U-Boot, Minenabwehrschiffe sowie Hubschrauber. Allen internationalen Warnungen zum Trotz hatte das sozialistische Land am Freitag wie geplant eine Mehrstufenrakete abgefeuert (siehe Infobox).

Die Rakete explodierte nach südkoreanischen Angaben kurz nach dem Start in der Luft. Nach Angaben Nordkoreas sollte die Trägerrakete Unha-3 einen Satelliten ins All befördern. Der Start gehörte zu den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des als "ewiger Präsident" verehrten, verstorbenen Kim Il Sung.

Die USA, Südkorea und Japan sahen jedoch den verdeckten Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Das Scheitern des zuvor groß angekündigten Raketenstarts gilt als Blamage für die nordkoreanische Führung.

Nordkorea arbeitet noch an anderer Langstreckenrakete
Mit den nordkoreanischen Raketentests ist es unter Umständen aber nicht vorbei. Zeitgleich mit den Vorbereitungen für den gescheiterten Raketenstart vom Freitag hat Nordkorea einem südkoreanischen Medienbericht zufolge noch an einer anderen Langstreckenrakete gearbeitet. Auf dem Stützpunkt Musudan-ri an der Nordostküste habe es insgesamt vier Tests zur Entwicklung einer Interkontinentalrakete gegeben, berichtete der Fernsehsender YTN am Samstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Bei den Tests über insgesamt 16 Wochen bis Anfang dieses Jahres sei es vor allem um Antriebe und Treibstoff für die Rakete mit dem Decknamen KN-08 gegangen.

UNO-Sicherheitsrat berät
Mit den Raketentests beschäftigt sich auch der UNO-Sicherheitsrat in New York. Das mächtigste UN-Gremium konnte sich jedoch zunächst nicht einigen. "Der Rat berät weiter über eine angemessene Reaktion", sagte die Ratspräsidentin Susan Rice. Sie wollte aber nicht sagen, wie eine Reaktion aussehen könnte. Auch zu möglichen neuen Sanktionen äußerte sie sich nicht. Rice rügte den Start der Trägerrakete aber als Verletzung von UNO-Resolutionen. China, eine Veto-Macht im Weltsicherheitsrat, gilt als mächtiger Verbündeter der Nordkoreaner.

Obama beruhigt
US-Präsident Barack Obama kalmierte inzwischen Ängste, die Nordkoreaner könnten eine atomar bestückbare Rakete entwickeln, die die USA erreichbar macht. Er sei tief besorgt über den Raketentest der Nordkoreaner, allerdings "versuchen sie seit einem Jahrzehnt eine Rakete zu starten, und scheinen dabei nicht wirklich gut zu sein", erklärte er ein einem Interview mit dem Sender Telemundo. Man werde weiterhin Druck auf Pjöngjang ausüben.

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