Mo, 11. Dezember 2017

44 Kolonien entdeckt

13.04.2012 10:10

Forscher zählen Kaiserpinguine aus dem Weltall

In der Antarktis leben doppelt so viele Kaiserpinguine wie bisher angenommen. Auf etwa 595.000 der schwarz-weißen Vögel kam ein Team um den Geografen Peter Fretwell vom Polarforschungsprogramm British Antarctic Survey (BAS), das für die Zählung hoch aufgelöste Bilder der Satelliten "Quickbird2", "Worldview2" and "Ikonos" genutzt hat.

Von der Zahl der Brutpaare auf dem Eis rechneten die Forscher auf den Gesamtbestand hoch - davon ausgehend, dass rund 80 Prozent der Tiere einer Kolonie brüten. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden im Fachjournal "PloS ONE" veröffentlicht.

Fretwell und seine Mitarbeiter hatten bereits 2009 bei der Analyse von Satellitenbildern festgestellt, dass durch Pinguin-Kot verfärbter Schnee brauchbare Hinweise auf Kaiserpinguin-Kolonien in der Antarktis bietet (Bericht in der Infobox).

Insgesamt 44 Kolonien entdeckt
"Wir sind hocherfreut, eine so große Zahl an Kaiserpinguinen lokalisiert und identifiziert zu haben. Wir zählten 595.000 Vögel, das sind fast doppelt so viele wie die bisher angenommenen 270.000 bis 350.000 Vögel", wird Fretwell in einer BAS-Mitteilung zitiert. Es sei die erste umfassende Zählung bei einer Art mithilfe von Satellitenbildern gewesen. Das Team entdeckte 44 Kolonien - sieben davon kannten die Forscher bisher nicht.

Zunächst werteten die Wissenschafter die Satellitenbilder von den Pinguin-Kolonien aus und berechneten die Zahl der Tiere. Für die Fotos nutzten sie eine besondere Technik, um die Auflösung der Bilder zu erhöhen und auch Details zu erkennen. Um sicherzugehen, glichen sie ihre Ergebnisse mit Zählungen am Boden und Fotos aus den jeweiligen Gebieten ab.

Sichere und effiziente Zählung
Kaiserpinguine sind die größte Pinguinart. Sie werden mehr als einen Meter groß und wiegen bis zu 30 Kilogramm. Die Vögel brüten oft in weit abgelegenen, schwer erreichbaren und sehr kalten Gebieten mit Temperaturen bis unter minus 50 Grad. Co-Autorin Michelle LaRue von der Universität Minnesota erklärte in der Mitteilung, die Methode sei ein enormer Schritt nach vorn. Zählungen in der Antarktis könnten so sicher und effizient durchgeführt werden - mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt.

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