Do, 14. Dezember 2017

Theaterlegende tot

13.04.2012 11:15

Heinz Holecek am 74. Geburtstag gestorben

Er war ein Wiener Allroundkünstler - Opernsänger, Schauspieler und Entertainer. Bekannt in den Rollen als Frosch in der "Fledermaus" oder als Zettel im "Sommernachtstraum", aber auch als begeisterter Interpret des Wienerlieds und als gnadenloser Parodist. Der Kammersänger Heinz Holecek, von seinen Freunden liebevoll "Honzo" genannt, ist Freitag an seinem 74. Geburtstag gestorben.

Im vergangenen Februar war Heinz Holecek auf offener Straße mit Atem-und Kreislaufstillstand zusammengebrochen und danach im Koma gelegen. Er hinterlässt seine Frau Bärbel Holecek (im Bild) und seinen Sohn Sebastian, ebenfalls Opernsänger.

Am 13. April 1938 in Wien geboren, studierte Holecek nach der Matura bis 1958 Gesang am Wiener Konservatorium und an der Musikakademie. Seine ersten Auftritte absolvierte er im Alter von 21 Jahren im Wiener Musikverein. 1960 debütierte Holecek nach einer Absage Josef Meinrads als Papageno in Mozarts "Zauberflöte" an der Seite von Renate Holm an seinem späteren Stammhaus, der Volksoper.

1962 Staatsopern-Premiere als Papageno
Dem Publikum der Staatsoper stellte sich der junge Bariton erstmals 1962, ebenfalls in der Rolle des Papageno, vor. Zu seinen Lieblingspartien zählen unter anderem der Figaro in Mozarts "Le Nozze di Figaro", Leporello in "Don Giovanni" und Schaunard in "La Boheme" von Puccini. Große Erfolge feierte der populäre Opernsänger auch als Frosch in der Operette "Die Fledermaus". Zahlreiche Gastspiele, Konzertauftritte und Wienerlied-Abende machten "Honzo" auch über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt.

Neben dem Gesang galt die große Leidenschaft des vielseitigen Künstlers bereits seit seiner Mittelschulzeit der Verwandlung. Als Parodist trat Holecek erstmals Anfang der 60er-Jahre in einer TV-Show seines Freundes Oskar Czerwenka als Marcel Prawy auf. In den folgenden Jahren hatte er in diversen eigenen Fernseh-Shows wie "Fremde Federn", "Kein Solo für Holecek", oder "1.000 & 1 Parodie" mehrmals die Gelegenheit, seine Imitationskünste unter Beweis zu stellen. Zu seinen "Opfern" zählen unter anderem Konrad Lorenz, Hugo Portisch, Curd Jürgens, Karl Merkatz, Frank Sinatra und Luciano Pavarotti.

1977 Ernennung zum Kammersänger
Erfolge feierte Holecek, der 1977 zum Kammersänger ernannt wurde, auch als Schauspieler. So gab er unter anderem etwa den Rappelkopf in Raimunds "Alpenkönig und Menschenfeind" sowie den Zettel in Shakespeares "Sommernachtstraum" bei den Salzburger Festspielen. Im Jahr 2000 feierte Holecek mit dem Rollendebüt als Doolittle in "My Fair Lady" das Jubiläum seiner 40-jährigen Bühnenkarriere an der Volksoper und erhielt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst Erster Klasse.

Holecek war stets auf der Bühne: Ab 2006 trat er regelmäßig in den Kinderopern im Steinbruch St. Margarethen auf, als "Papageno" in der Zauberflöte oder als Wilhelm Busch in "Max und Moritz". Außerdem engagierte sich der Kammersänger für den Tierschutz. Holecek saß nicht nur im Vorstand des Wiener Tierschutzvereins, sondern lieh seine Stimme auch vielen Tierschutzinitiativen. Bei der EU-Wahl 2009 und der Wien-Wahl 2010 unterstützte Holecek zunächst die Kleinpartei Mensch-Umwelt-Tier (MUT), von der er sich aber wenig später wieder distanzierte.

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