Di, 12. Dezember 2017

Arbeiter verbrannt

13.04.2012 09:33

Drama in Alu-Werk: Land prüft alle Genehmigungen

Vor 36 Tagen starben zwei Arbeiter bei einer Tragödie im Aluminiumwerk Lend. Durch ein entsetzliches Versehen ging die Tür zum Vorwärmofen zu, in dem sie waren – und der Ofen wurde wieder beheizt. Und jetzt wird bekannt, dass die Gewerbebehörde des Landes ermittelt, ob das Werk alle nötigen Genehmigungen hatte.

"Ja, es stimmt", so Landesrat Walter Blachfellner, der fürs Gewerbe zuständig ist. "Ein Ermittlungsverfahren läuft. Aber ich darf dazu überhaupt nichts sagen, weil ich an die Verschwiegenheit gebunden bin."

Nicht alle Genehmigungen?
Die "Krone" erfuhr: Einige Beamte gehen offenkundig davon aus, dass das Alu-Werk nicht alle erforderlichen Genehmigungen hatte – die Werksanlage soll demnach zwar als Gesamtes eine Bewilligung haben, für nachträgliche Änderungen, Erweiterungen und auch Verbesserungen seien einzelne Genehmigungen aber nicht vorgelegen.

Derzeit laufen die Nachforschungen, wer dafür die Verantwortung trägt. Doch von der Entscheidung hängt viel ab – vor allem für eventuelle Schadenersatzforderungen der Hinterbliebenen der zwei Arbeiter, die bei dem grauenhaften Unfall ums Leben kamen.

"Alles völlig in Ordnung"
"Das stimmt sicher nicht, dass bei uns Genehmigungen gefehlt haben", hieß es dazu von Mitarbeitern des Aluminiumwerkes. "Es gibt ja die Bewilligung für die gesamte Anlage – das gilt auch für die Vorwärm-Öfen, wo es in einem zu diesem tragischen Unglück gekommen ist", war zu hören.

Auch Josef Wöhrer, Vorstand im Alu-Werk und Parade-Unternehmer, war völlig erstaunt: "Ich wusste von den Ermittlungen durch die Landesbehörde nicht", sagte er der "Krone". Auch er geht als Vorstand des Vorzeige-Unternehmens davon aus, "dass bei den Genehmigungen alles völlig in Ordnung ist". Wie lange die Erhebungen der Behörde dauern, ist noch nicht absehbar – "ein paar Wochen sicher noch."

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