Mi, 13. Dezember 2017

FIA-Entscheidung

13.04.2012 09:24

Jetzt ist es fix: Der Große Preis von Bahrain findet statt

Das umstrittene Formel-1-Rennen in Bahrain findet allen Sicherheitsbedenken zum Trotz statt. Die FIA entschied, den für den 22. April angesetzten vierten WM-Saisonlauf wie geplant durchführen zu lassen. "Nach aktuellen Informationen ist bestätigt, dass angemessene Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, um den WM-Lauf in Bahrain stattfinden zu lassen", teilte die FIA am Freitag mit.

Zuvor hatte es zahlreiche Forderungen nach einer Absage des Rennens wie im Vorjahr gegeben. In dem Golfstaat kam es zuletzt wegen der anhaltenden Proteste für mehr Reformen zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Auch Amnesty International hatte die FIA aufgefordert, das Rennen abzusagen.

Die Piloten hatten Aussagen weitestgehend vermieden. Michael Schumacher und Red-Bull-Pilot Mark Webber bezogen zumindest Position. "Ich bin sicher, dass sie dort alles dafür tun, dass wir keine Probleme haben werden", erklärte Schumacher. Man könne aber nicht ignorieren, "dass wir alle im Hinterkopf haben, dass wir nicht in die Unruhen involviert werden wollen", erinnerte der Australier Webber.

Ecclestone: "Alle sind glücklich"
Chefvermarkter Bernie Ecclestone holte sich die Zustimmung der Verantwortlichen der zwölf Rennställe. "Alle sind glücklich. Wir haben überhaupt keine Probleme gehabt", meinte der 81-Jährige nach dem kurzen Treffen am Freitag. "Das Rennen steht auf dem Kalender, schon seit längerem. Wir werden dort sein. Das ist zu 200 Prozent sicher. Alle Teams sind einverstanden", sagte der Brite. Hinter vorgehaltener Hand hatten einige Teams zuvor allerdings deutliche Bedenken geäußert.

Die Rennställe werden selbst zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen treffen, kündigte Red-Bull-Teamchef Christian Horner an. "Wir nehmen die Sicherheit all unserer Angestellten sehr ernst, und so ist es unvermeidbar, manchmal zusätzliche Vorkehrungen zu treffen", erklärte Horner. Das war zuletzt auch in Brasilien und Indien der Fall gewesen. "Es gibt auch andere Rennen, mit denen Risiken verbunden sind, und es ist Sache eines jeden Teams, wie es damit umgeht. Nächstes Wochenende wird es nicht anders sein."

Der Österreicher Christian "Toto" Wolff nahm als Williams-Direktor wie die künftige Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn an der Sitzung teil. "Ich habe keine Sorgen für mein Team und den Sport", erklärte Wolff.

Brisante politische Lage in Bahrain
Am Montag waren bei der Explosion einer Bombe in einem Vorort der Hauptstadt Manama sieben Polizisten verletzt worden, am Donnerstag kam es in einem Dorf zu Zusammenstößen zwischen Sunniten und Schiiten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich am Donnerstag "besorgt über den übermäßigen Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten". Er rief alle Beteiligten auf, auf Gewalt zu verzichten und unterstrich, dass "die fundamentalen Rechte des Volks von Bahrain, darunter das Recht auf friedliche Demonstrationen, respektiert werden müssen".

Ecclestone erklärte, er sei überzeugt, dass die Bevölkerung Bahrains weiter auf Reformen drängen werde. "Das machen sie ja schon seit einer gewissen Zeit. Aber was hat das mit der Formel 1 zu tun?" Er sei froh, dass die Position der Formel 1 klar sei, betonte der Brite. "Wir mischen uns nicht in die Politik der Länder ein, in denen wir fahren."

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