Fr, 24. November 2017

Pflegetipps

31.03.2017 07:03

Rollrasen: Schönes Grün im Handumdrehen

Ein schöner, gepflegter Rasen gilt als Aushängeschild eines jeden Gartens. Doch gerade jetzt im Frühjahr zeigen sich viele Grünflächen alles andere als attraktiv: Kahle Stellen oder nur spärlicher Graswuchs, versetzt mit Unkraut, weisen deutlich darauf hin, dass es höchste Zeit ist, den Rasen aufzufrischen oder sogar neu anzulegen. Und wer das perfekte Grün ganz rasch haben will, greift zu Fertig- oder Rollrasenprodukten.

Eben noch hässlich braun, im Nu sattes, gepflegtes Grün - die optische Wirkung eines Rollrasens beeindruckt so gut wie jeden Gartenliebhaber. Wurde diese rasche Rasenlösung früher in erster Linie bei Neubauten, Sportanlagen oder gewerblich genutzten Flächen eingesetzt, so haben Rollrasen heute längst Einzug in viele Privathaushalte gefunden. Tendenz steigend.

Rollrasen sind keine Kunstteppiche
Doch leider währt das grüne Rasenglück bei so manchem nicht länger als einige Monate, im ärgsten Fall sogar nur Wochen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Zum einen gibt es bei Rollrasen große Qualitätsunterschiede, die sich auch im Preis niederschlagen, zum anderen werden Fehler bei der Verlegung, insbesondere bei der Bodenvorbereitung, gemacht. Zudem muss der Fertigrasen regelmäßig gepflegt werden.

"Das Trügerische beim Rollrasen liegt darin, dass viele Gartenbesitzer meinen, mit der Anschaffung und Verlegung das Thema schöner Rasen ein für allemal gelöst zu haben. Das ist absolut falsch, ein Rollrasen ist kein grüner Kunstteppich", weiß Gärtnermeister und Landschaftsgestalter Michael Flaschberger.

Rollrasen ist ein ganz natürlicher Rasen, der von den Produzenten optimal versorgt und gepflegt wird, um so ein schönes Wachstum zu erreichen. Die Bahnen werden dann für den Verkauf mit eigenen Geräten mit ca. drei Zentimeter Erduntergrund "abgeschält". Rund zehn bis zwölf Tage nach der Verlegung sollte sich der Fertigrasen idealerweise mit dem neuen Bodenuntergrund fest verbunden haben.

Die richtige Wahl
Wie bei jeder herkömmlichen Rasensaat auch, gibt es beim Rollrasen verschiedene Sorten für die unterschiedlichen Nutzungbedürfnisse und Standorte, die bei der Auswahl zu beachten sind.

So wird zum Beispiel ein noch so schöner Zierrasen ("englischer Rasen") bei regelmäßiger Belastung durch z.B. Fußball spielende Kinder nicht lange sein dicht gepflegtes, sattes Grün aufweisen.

"Es gibt mittlerweile auch sehr gute Fertig-Schattenrasen. Gerade in eher schattigen Bereichen ist das Ansäen von Rasen langwierig und mühsam. Rollrasen können hier gute Ergebnisse bringen, vorausgesetzt es handelt sich nicht um vollschattige Plätze. In Anbetracht der doch hohen Kosten von guten Fertigrasen-Produkten sollte man bei Vollschattenlagen von Fertigrasen Abstand nehmen", rät Flaschberger.

Wichtig ist es auch, auf eine gute Qualität zu achten. Das ist für den Laien oft nicht einfach zu erkennen. Grundsätzlich gilt: Je dichter die einzelnen Gräser, desto höher die Preise. Rollrasen sind unkrautfrei, doch können sich bei schlechter Qualität zwischen dem Gras minderwertige Gräser und Wildkräuter verbergen, die erst im Lauf der Zeit das einheitliche, dichte Rasenbild stören und beim Kauf vom Laien kaum erkennbar sind

"Ebenfalls ein Qualitätsmerkmal ist eine gute Erde. Bei so manchem scheinbaren Schnäppchenangebot werden nur zwei Zentimeter Boden mit abgeschält - und enthält dieser dann auch noch zu viele Steine, wird der Fertigrasen instabil und verbindet sich daher nicht optimal mit der Bodenfläche", so Flaschberger.

Die richtige Verlegung
Die wichtigste Grundregel: Rollrasen muss möglichst rasch verlegt werden, das heißt maximal binnen 24 Stunden nach Lieferung, da das Gras extrem rasch austrocknet.

Auch eine gute Bodenvorbereitung ist wichtig. Im Wesentlichen sollte der Boden wie für eine Neurasen-Anlegung bearbeitet werden (alten Rasen abtragen, gegebenenfalls Boden planieren etc.). "Einer der häufigsten Fehler bei der Verlegung durch die Gartenbesitzer ist, dass der Rollrasen einfach über den alten gelegt wird. Nach etwa einem Monat beginnt dann der Rollrasen von unten zu faulen", erklärt Flaschberger.

Nach der Verlegung darf der Rollrasen die ersten drei bis fünf Tage keinesfalls austrocknen. Er muss so gründlich durchfeuchtet sein, "dass man sich fast wie in einer Moorlandschaft fühlt", empfiehlt Flaschberger. Nach diesen ersten Tagen wird das Gießen langsam zurückgenommen. Wichtig ist auch das Mähen: "Durch das Mähen wird das Wurzelwachstum, also die Verbindung mit dem Boden, angeregt", so der Gartenprofi. Nach etwa zehn bis zwölf Tagen sollten Sie versuchen, den Rasenschopf wegzuheben. Hat alles gut geklappt, darf sich der Fertigrasen nicht mehr vom Boden lösen.

Regelmäßige Pflege
Soll die dichte grüne Schönheit des Fertigrasens erhalten bleiben, ist regelmäßige Pflege angesagt. Dazu zählt das Mähen (alle ein bis zwei Wochen) ebenso wie eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung in den heißen Monaten.

Und: Auch beim Fertigrasen muss immer wieder nachgesät werden, soll die dichte Grasnarbe erhalten bleiben. Rollrasen pflegen heißt aber auch, ihn wie den angesäten Rasen entsprechend zu düngen.

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Redaktion
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