Do, 14. Dezember 2017

Preisabsprachen

12.04.2012 08:48

Kartellverfahren gegen Apple und Verlage eingeleitet

Wegen des Verdachts auf Preisabsprachen bei E-Books hat das US-Justizministerium am Mittwoch ein Kartellverfahren gegen Apple sowie fünf große Verlagshäuser eingeleitet. Dem Ministerium zufolge richteten sich die Absprachen vor allem gegen die Preispolitik des Online-Händlers Amazon. Als Konsequenz hätten die Verbraucher für E-Books "Dutzende Millionen Dollar zusätzlich" zahlen müssen.

Den in einem New Yorker Bezirksgericht eingereichten Dokumenten zufolge wird den Unternehmen "Verschwörung zur Begrenzung" des Preiswettbewerbs vorgeworfen. Dadurch sei es Amazon erschwert worden, E-Books verbilligt anzubieten. Vor dem Verkaufsstart des iPad von Apple hatte Amazon, Anbieter des E-Book-Readers Kindle, die elektronischen Ausgaben vieler Bestseller für den Preis von 9,99 Dollar (derzeit 7,61 Euro) verkauft.

Mit dem Erscheinen des iPad setzte Apple ein neues Preissystem für E-Books durch, bei dem die Verlage die Preise festsetzen und Apple 30 Prozent des Buchpreises einbehält. In der Folge stiegen die Preise für E-Books. Amazon musste daraufhin die Konditionen mit den Verlegern neu aushandeln.

Das "Wall Street Journal" hatte im vergangenen Monat berichtet, das US-Justizministerium ermittle gegen Apple und fünf Verlagshäuser: die US-Tochter der deutschen Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Simon & Schuster (USA), Harper Collins (USA), Penguin (Großbritannien) und Hachette Livre aus Frankreich. Der Zeitung zufolge bemühten sich Simon & Schuster, Harper Collins und Hachette um eine Einigung mit den Behörden.

Auch EU-Kommission ermittelt
Die europäischen Wettbewerbshüter hatten bereits im Dezember ein Kartellverfahren gegen Apple und die fünf internationalen Verlage oder ihre Mutterhäuser eingeleitet. Die Kommission werde "in erster Linie untersuchen, ob die Verlage und Apple rechtswidrige Vereinbarungen geschlossen oder durch andere Verhaltensweisen Wettbewerbsbeschränkungen" in Europa "bezweckt oder bewirkt haben", hieß es damals in Brüssel.

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