Fr, 15. Dezember 2017

"Bel Ami"

02.05.2012 12:30

"Vampir" Robert Pattinson als Pariser Casanova

Literatur, die verführt: In der Neuverfilmung von Guy de Maupassants titelgebendem Roman "Bel Ami" (Kinostart: 3. Mai) überzeugt "Twilight"-Star Robert Pattinson als Casanova der Pariser Gesellschaft, umringt von den Damen Uma Thurman, Christina Ricci und Kristin Scott Thomas. Ein sinnliches Schauvergnügen.

Es ist dies die Geschichte eines jungen Mannes und seiner Ambitionen. Nennen wir ihn Bel Ami, ein skrupelloser Schönling mit ausgeprägtem Gespür für seine jeweils beste Chance, der getrieben von frivoler Herzenshinterlist auf Frauen jeglichen Alters eine unfehlbare Anziehungskraft ausübt...

Der gleichnamige Roman - "Bel Ami" - erschien 1885. Sein Autor, Guy de Maupassant (1850-1893), wusste seine Leserschaft mit diesem koketten Pariser Sittenbild, durchwoben von der scharfsichtig-zündenden Ironie ungewöhnlicher Wortspiele und von mokanter Heiterkeit trotz eines pessimistischen Grundtons, bestens zu unterhalten.

Geltungssüchtiger Beau
Wir machen die Bekanntschaft mit dem geltungssüchtigen Beau Georges Duroy, der durch Vermittlung seines alten Freundes Forestier einen Journalistenposten bei "La vie francaise" annimmt. Bedenkenlos setzt er all seinen Charme und Instinkt ein, um zu den Schalthebeln des Machtinstrumentes Presse vorzudringen. Nach dem Tod seines Mentors Forestier heiratet er dessen schöne und kluge Witwe, um sie alsbald zu betrügen und von ihr betrogen zu werden.

Da er (!) jedoch Madame in flagranti erwischt - mit einem hohen Politiker -, kratzt all dies nicht an seiner Reputation und eine Skandalscheidung später entführt der von allen nur Bel Ami genannte wohlüberlegt die blutjunge verwöhnte Tochter seines Herausgebers Jude Walter, der das Blatt für seine Börsenspekulationen nutzt.

Ein amourös-perfider Schachzug, der ihm die zarte Hand der so Kompromittierten - und ein unschätzbares Erbe - sichert. Auch das politisch-glatte Parkett lockt den skrupellosen Galan. Doch mit seiner riskanten Gratwanderung zwischen Sex und Macht setzt er letztlich seine große Liebe aufs Spiel...

Pattinson als charmanter Verführer
Dass dieser höchst pikante Klassiker der französischen Literaturgeschichte nun als erotisch-prickelnde Adaption und Neuverfilmung in unsere Kinos kommt, ist den Regisseuren Declan Donnellan und Nick Ormerod zu verdanken, die mit "Bel Ami" ihr stilsicheres Kinodebüt geben. Und die Besetzungsliste verdient einen Tusch, denn "Twilight"-Star Robert Pattinson überzeugt restlos in der Rolle des charmanten Verführers, dem die Frauen der Pariser Gesellschaft reihenweise verfallen. Als da wären Uma Thurman ("Kill Bill"), Christina Ricci ("Sleepy Hollow") und Kristin Scott Thomas ("Der englische Patient"). Als Produzent dieses leidenschaftlichen Gesellschaftsdramas und Kostümfilms fungierte Uberto Pasolini.

Wenn Literaturverfilmungen kreischende Jugendliche nach sich ziehen - so geschehen bei der diesjährigen Berlinale -, wenn durch E-Books dicke Schmöker zur leicht transportablen Lesekost werden, ohne dass die Essenz des geschriebenen Wortes verloren geht, ist es gut bestellt um den wachen Geist einer wachen Jugend. Auch "Kult-Vampir" Robert Pattinson hat sich Guy de Maupassants Roman auf diese Weise reingezogen. Und er war von dem hochkarätigen Damenflor bei den Dreharbeiten zu "Bel Ami" - na was schon - hingerissen.

Pattinson war gerne der Hahn im Korb
Wie hat er sich auf die Rolle des Bonvivants und Pariser Casanovas vorbereitet? Pattinson: "Ich hab mich ganz auf die Sprache der Augen meiner faszinierenden Gespielinnen - und Filmpartnerinnen - verlassen. Schließlich ist sie die Hauptwaffe weiblicher Koketterie. Alles andere ergab sich dann von selbst - ganz nach Drehbuch. Es war toll, den Hahn im Korb zu spielen." Glaubt man Guy de Maupassant - und er war ein Kenner der Damenwelt -, so "begünstigt nichts die Liebe auf den ersten Blick bei einer Frau mehr als das Lob, das andere Frauen jenem Mann, in den sie sich dann verliebt, zollen".

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