Mi, 13. Dezember 2017

Kein Tsunami

12.04.2012 08:18

Großes Aufatmen nach Beben vor Indonesiens Küste

Einen Tag nach den beiden schweren Erdbeben vor der indonesischen Insel Sumatra und der anschließenden Tsunami-Panik hat sich die Lage am Donnerstag normalisiert. In der Nacht wurden die Menschen allerdings noch von rund 29 Nachbeben aus dem Schlaf gerissen.

Tausende Menschen in Sumatra verbrachten die Nacht vorsichtshalber im Freien. Trotz der unzähligen Nachbeben wurden bisher allerdings keine größeren Schäden gemeldet. Die meisten Nachbeben hatten nach Angaben der US-Geologiebehörde eine Stärke von mehr als 5.

Beben der Stärke 8,6 erschütterte Sumatra
Das US-Erdbebenzentrum USGS gab die Stärke des Bebens am Mittwoch zunächst mit 8,9 an, später korrigierte es den Wert jedoch auf 8,6. "Erdbeben dieser Stärke haben das Potenzial, verheerende Tsunamis auszulösen", warnten die US-Experten und gaben wie ihre indonesischen Kollegen eine Warnung für den gesamten Indischen Ozean aus. Wenige Stunden später hoben sie den Alarm ebenso wie Sri Lanka und Indien aber wieder auf.

Das Zentrum des Bebens lag südwestlich von Banda Aceh, der Hauptstadt der auf Sumatra liegenden Provinz Aceh. In der Stadt war das Beben um 15.38 Uhr Ortszeit (10.38 Uhr MESZ) fünf Minuten lang zu spüren. Menschen versuchten zu fliehen, andere beteten, und unter Schulkindern brach Panik aus, als die Lehrer sie aus den Gebäuden lotsen wollten, so Augenzeugen.

Befeuert wurde die Angst durch ein schweres Nachbeben der Stärke 8,2 sowie dadurch, dass sich an verschiedenen Küstenstreifen das Wasser zurückzog - ein typisches Anzeichen für einen bevorstehenden Tsunami. Vor Aceh hatte es im Dezember 2004 ein Erdbeben der Stärke 9,1 gegeben. Dieses löste einen Tsunami aus, der an den Küsten des Indischen Ozeans rund 220.000 Menschen in den Tod riss. Am schlimmsten betroffen war Indonesien mit 168.000 Toten.

Caritas-Mitarbeiter erlebte das Beben vor Ort
Diesmal erreichten aber nur kleinere Flutwellen die indonesische Küste. "Unsere Bojen und Gezeitenanzeiger haben Mini-Tsunamis registriert", sagte ein Sprecher der indonesischen Erdbebenwarte. Es habe mindestens drei solcher Flutwellen gegeben. Die höchste sei in Meulaboh in West-Aceh registriert worden, "sie war 80 Zentimeter hoch". Bereits zuvor versicherte Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, es bestehe keine Tsunami-Gefahr.

Der Caritas-Mitarbeiter Andreas Zinggl erlebte das Beben direkt an Ort und Stelle mit: "Ich habe gerade den Koffer im Hotelzimmer ausgepackt, als der Boden ein wenig zu zittern begann. Sicherheitshalber ging ich hinaus ins Freie. Und dann ging das Beben auch schon richtig los", so der Österreicher aus Banda Aceh. Der Caritas-Helfer ist derzeit in Indonesien, um die Wiederaufbauprojekte zu besuchen, die nach dem Tsunami von 2004 gestartet worden waren.

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