Fr, 15. Dezember 2017

Deutsche Bundesliga

11.04.2012 22:01

Dortmund gewinnt das Titelduell gegen Bayern mit 1:0

Borussia Dortmund hat am Mittwochabend im Kampf der Giganten gegen den Erzrivalen Bayern München den vorentscheidenden Schlag gelandet und greift dank Robert Lewandowski erneut nach der deutschen Meisterschale. Der Pole versetzte mit seinem 20. Saisontreffer dem Rekordmeister in der 77. Minute des Gipfeltreffens den K.-o.-Schlag und verschaffte dem Titelverteidiger vier Spiele vor dem Saisonende einen komfortablen Vorsprung von sechs Punkten.

Großer BVB-Held neben Lewandowski war Roman Weidenfeller. Der Tormann hielt in der 85. Minute einen Foulelfmeter von Arjen Robben. Der Keeper selbst hatte den Niederländer zuvor zu Fall gebracht. In der dramatischen Nachspielzeit köpfte Abwehrspieler Neven Subotic an die eigene Latte, Robben schoss den Nachschuss aus sechs Metern über das Tor. Im Gegenzug traf auch Lewandowski nur die Latte. Bei den Bayern spielte der Wiener David Alaba durch und bot eine starke Leistung.

Turbulenter Beginn vor 80.720 Zuschauern
Das Duell der Erzrivalen vor 80.720 Zuschauern in der ausverkauften Dortmunder Arena, das weltweit in 200 Länder übertragen wurde, begann turbulent und vielversprechend. Schon nach 50 Sekunden hatte Mario Gomez per Kopfball die erste Chance für die Bayern. Doch BVB-Torhüter Weidenfeller parierte ohne Mühe. Nicht einmal eine Minute später spitzelte Jakub Blaszczykowski den Ball aus spitzem Winkel an Bayern-Keeper Manuel Neuer, aber auch am Münchner Gehäuse vorbei. Der deutsche Nationaltormann verhinderte wenig später mit einem sehenswerten Reflex nach einem Schuss von Kevin Großkreutz aus sechs Metern einen frühen Rückstand.

Die Begegnung hielt auch in der Folge, was die spektakuläre Anfangsphase versprach. Der BVB versuchte mit aggressivem Forechecking den Spielaufbau der Bayern zu stören, wodurch besonders die Münchner Flügelzange mit Franck Ribery und Robben zunächst keine Wirkung zeigte.

Beckenbauer sah Bayerns Unheil kommen
Nach zehn Minuten beruhigte sich das Spiel, ohne jedoch an Niveau und Brisanz zu verlieren. Die Borussen wirkten in der Offensive jedoch entschlossener und hatten Pech, als Luiz Gustavo den Schuss von Shinji Kagawa (25.) im letzten Moment blockte und Lewandowski (37.) mit einem Kopfball nur den Pfosten traf. "Wenn die Bayern so weiterspielen, gehen sie nicht als Sieger vom Platz", mutmaßte Franz Beckenbauer in der Halbzeitpause zum Sender "Sky".

Nach dem Wiederanpfiff wurde bei den Münchnern zwar mehr Ballbesitz registriert, doch der BVB präsentierte sich wesentlich giftiger, gedankenschneller und zielstrebiger. Dagegen wirkten die Aktionen der Bayern in diesem "Endspiel" zu langsam und ohne Überraschungseffekt. Einen Hauch mehr Kreativität erhoffte sich Coach Jupp Heynckes mit der Einwechslung von Bastian Schweinsteiger nach einer Stunde Spielzeit.

Die Entscheidung schien sich auszuzahlen, denn die Aktionen der Gäste wurden zwingender, und die BVB-Defensive hatte einige brenzlige Situationen zu überstehen. Trainer Jürgen Klopp, der auf den von einer Schambein-Entzündung genesenen Nationalspieler Mario Götze verzichtet hatte, hoffte auf den entscheidenden Konter. In der hektischen Schlussphase behielt der BVB dann die Nerven.

BVB-Coach Klopp ist begeistert
Trainer Klopp war nach dem Match begeistert und meinte: "Ich glaube, man kann es nicht viel besser spielen, als wir gespielt haben - gegen diese Qualität, die die Bayern in die Waagschale werfen. Das war das beste Spiel, das wir bisher gegen sie gemacht haben. Es ist unglaublich, was da in der Schlussphase passiert ist. Wir sind alle ein bisschen verknallt in den Verein, das muss man ab und zu auch ein bisschen raus lassen. Ich will aber noch nicht an die Meisterschaft denken. Da kann noch eine ganze Menge passieren. Wir bleiben schön in der Spur."

Schalke verabschiedet sich aus dem Titelrennen
Endgültig aus dem Titelrennen ist Schalke 04. Dortmunds Erzrivale lief in Nürnberg ohne den zuletzt erkrankten ÖFB-Teamspieler Christian Fuchs in ein 1:4-Debakel. Die Nürnberger verschafften sich im Abstiegskampf damit etwas Luft, dafür geriet der HSV nach einer 0:4-Pleite bei Hoffenheim wieder in Bedrängnis. Die Hamburger rangieren weiterhin auf Platz 14.

Für Schlusslicht Kaiserslautern scheint die Bundesliga endgültig Geschichte. Die Lauterer unterlagen bei Vizemeister Bayer Leverkusen 1:3 und liegen bereits neun Punkte hinter dem Relegationsplatz, den derzeit der 1. FC Köln einnimmt. Hannover hielt im Kampf um die Europa-League-Startplätze mit Leverkusen Schritt. Die Hannoveraner setzten sich gegen Wolfsburg mit 2:0 durch. ÖFB-Verteidiger Emanuel Pogatetz wurde in der 79. Minute eingewechselt.

Ergebnisse der 30. Runde:
Dienstag
Hertha BSC Berlin - SC Freiburg 1:2
FC Augsburg - VfB Stuttgart 1:3
Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach 2:2
FSV Mainz 05 - 1. FC Köln 4:0
Mittwoch
Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Kaiserslautern 3:1
1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 4:1
Hannover 96 - VfL Wolfsburg 2:0
Borussia Dortmund - Bayern München 1:0
1899 Hoffenheim - Hamburger SV 4:0

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