Mo, 11. Dezember 2017

Neuer Rekord?

10.04.2012 11:27

Austro-Forscher könnte 600 Kinder gezeugt haben

Ein in Österreich geborener Wissenschaftler könnte einen neuen Fruchtbarkeitsweltrekord aufgestellt haben. Bertold Wiesner, mit seiner Frau Mary Barton Betreiber einer in den 1940er-Jahren in London gegründeten Fruchtbarkeitsklinik, soll nach einem Bericht der "Daily Mail" 600 Kinder gezeugt haben - per Samenspende in seiner eigenen Klinik. Allerdings ist die Zahl nur eine Hochrechnung.

Zwei von Wiesners biologischen Söhnen, der kanadische Dokumentarfilmer Barry Stevens und der Londoner Anwalt David Gollancz, hatten sich – unabhängig voneinander – auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater begeben und waren dabei nach eigenen Angaben auf die Unterlagen der zwischen 1943 und 1962 in England angesiedelten "London Barton Clinic" gestoßen. Gemeinsam machten die beiden 18 weitere Personen ausfindig, die in der Klinik gezeugt wurden. Durch Tests fanden sie im Jahr 2007 heraus, dass zwölf von ihnen, also zwei Drittel, Wiesner zum Vater hatten. An einen Zufall wollten sie nicht glauben.

Gollancz sagte der britischen Zeitung, dass sein biologischer Vater nach konservativen Schätzungen pro Jahr rund 20 Samenspenden abgegeben haben könnte. Hochrechnungen zufolge könne es damit "zwischen 300 und 600 leibliche Kinder Wiesners geben", wobei man Mehrlingsgeburten noch nicht mit eingerechnet habe. Stevens vermutete – aufgrund der "Zwei-Drittel-Mehrheit" der 18 Getesteten – sogar, dass es 1.000 Kinder Wiesners geben könnte. Schließlich habe die Klinik rund 1.500 Frauen zu Wunschkindern verholfen.

Experte hält Anzahl der Spenden für möglich
Die britische Zeitung "The Telegraph" zitierte in ihrem Bericht über den Fall den Vorsitzenden der "British Fertility Society", Allan Pacey, der diese Zahlen durchaus für realistisch hält. Ein gesunder Mann könne eine derartige Anzahl von Spenden abgeben. Heute wäre diese Menge allerdings illegal, denn 1990 wurde die Zahl der Samenspenden pro Mann in Fruchtbarkeitskliniken mit dem "Human Fertilisation and Embryology Act" reguliert.

Stevens hatte die Geschichte bereits 2009 in seinem Film "Bio-Dad" verarbeitet. Die Doku wurde damals vom kanadischen Sender CBC ausgestrahlt. Er habe damit versucht, nicht nur ein Porträt seines eigenen Vaters, den er nie kennengelernt hatte, zu zeigen, sondern auch die Debatte um die Rechte der aus Samenspenden entstandenen Kinder wieder in das Bewusstsein der Menschen zu bringen, sagte Stevens im selben Jahr gegenüber CBC.

Forscher emigrierte vor Nazi-Machtübernahme
Der in Österreich geborene Biologe Wiesner stammte aus einer jüdischen Familie. Mit seiner ersten Frau lebte er in Wien, ließ sich 1928 scheiden und emigrierte vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland zuerst nach Edinburgh und schließlich nach London. Dort gründete er mit seiner zweiten Frau Mary Barton die Fruchtbarkeitsklinik. Wie aus den Unterlagen hervorging, hatte die Klink nur einige wenige Spender aus dem Freundes- und Bekanntenkreis Wiesners und seiner Frau.

So stellte auch der Wissenschaftler selbst seinen Samen zur Verfügung - und war offenbar der favorisierte Spender der Klinik. Sollten sich die Angaben von Wiesners Söhnen tatsächlich bestätigen, wäre das in jedem Fall bei Weitem der Fruchtbarkeitsweltrekord – egal ob 600 oder gar 1.000 Kinder. Bisher hielt den Rekord ein anonym gebliebener Arzt aus den USA mit 150 Nachkommen.

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