Mi, 22. November 2017

Körpersprache-Kurs

10.04.2012 10:09

Ulli Reichmann hilft kostenlos Menschen mit Hundeangst

Ulli Reichmann ist seit vielen Jahren in Wien als Hundetrainerin tätig und beschäftigt sich im Detail mit der Mensch-Hund-Kommunikation. Eine zufällige Begegnung mit einer ängstlichen Joggerin brachte sie auf die Idee, einen Kurs für Menschen mit Angst vor Hunden anzubieten - und das auch noch kostenlos. Wie man sich einen solchen Kurs vorstellen darf und welche Erfolge sie bisher feiern konnte, erzählte uns die Hundefreundin im Interview.

krone.at: Wie kamen Sie auf die Idee, einen Kurs für Menschen mit Hundeangst anzubieten?
Ulli Reichmann: Ich leite schon seit einiger Zeit Kurse für ängstliche Hunde. Gerade Hunde aus dem Tierschutz beziehungsweise dem Tierheim verstehen die menschliche Körpersprache oft nicht. Bei uns gibt es den sogenannten "Confidence Agility"-Kurs: Es geht dabei um die Körpersprache des Menschen: Die Hunde sollen lernen, dieser Körpersprache zu vertrauen. Die Hundebesitzer müssen also besonders deutlich und verlässlich in ihrer Körpersprache sein. Dann lernte ich eine Dame kennen, die joggt und vor Hunden große Angst hat. Sie kann nicht einschätzen, was es bedeutet, wenn ihr Hunde nachlaufen. Und sie hat mich gefragt, ob sie mal in die Hundeschule kommen kann.

krone.at: Wie genau arbeiten Sie an der Hundeangst?
Reichmann: Ich bin ja keine Therapeutin und kann keine richtigen Phobien behandeln, ich kann nur ein wenig desensibilisieren und viel erklären. Offensichtliche Dinge in der Körpersprache des Hundes, wie Zähne fletschen etwa, versteht jeder. Aber die kleinen, feinen Signale der Hunde erkennen oft nicht einmal Hundehalter, geschweigedenn Menschen ohne Hund. Meist sind es Missverständnisse, die dann passieren, zum Beispiel über den Hund beugen oder ihn anstarren. Es läuft also so ab, dass die Kursteilnehmer beim "Confidence Agility" dabei sind, wenn sie möchten auch gerne hinter dem Zaun, und ich ihnen anhand der Hunde zeige, wie die Körpersprache zu deuten ist und wie sich meine eigene Körpersprache auf den Hund auswirkt.

krone.at: Wie sieht Ihre Erfolgsbilanz bisher aus?
Reichmann:
Die bisherigen Teilnehmer haben mir bestätigt, dass sie sich sehr wohl gefühlt haben. Sie schafften es zum Teil auch, die Hunde mit Keksen zu füttern. Ich konnte etwa der Joggerin an meinen eigenen Hunden vorzeigen, wie ein Vierbeiner auf laufende Menschen reagiert. Und bei mir wollen sich mittlerweile immer mehr Leute für den "Angstkurs" anmelden. Wir arbeiten aber in kleinen Gruppen, denn sonst kann ich mich den Teilnehmern nicht entsprechend widmen.

krone.at: Wie viel kostet der Kurs gegen Hundeangst?
Reichmann: Wissen Sie, ich mache das gratis. Einfach deswegen, weil Hunden und ihren Haltern schon so viel Unmut entgegenschlägt und es mir ein persönliches Anliegen ist, die vielen Missverständnisse aufzuklären, die zu diesem Unmut führen. Menschen, die einfach nur Angst haben und an dieser Angst arbeiten wollen, sind bei mir herzlich willkommen, und dafür verlange ich kein Geld.

Genauere Informationen und die Kontaktinformationen von Ulli Reichmann findest du unter www.hundefragen.at.

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