Do, 14. Dezember 2017

Jause gegönnt

09.04.2012 13:33

Zwei Braunbären streifen durch Kärnten und Tirol

Eine Bärensichtung (Symbolbild) hat ein Pistenraupenfahrer am Ostermontag bei Nauders im Bezirk Landeck in Nordtirol gemeldet. Bei dem Tier könnte es sich um "M13" handeln, der seit Wochen im Südtiroler Vinschgau herumstreift und wenig Scheu vor Menschen zeigt. Ein weiterer "Meister Petz" gönnte sich über Ostern eine Bienenstock-Jause in Kärnten.

Gegen 1 Uhr habe der Pistenraupenfahrer das Tier beobachtet und die Polizei verständigt. Bei einem nahe Nauders gelegenen Forstweg habe der Bär einen Motorschlitten beschädigt und die Sitzfläche demoliert, berichtete ein Beamter. Einige Fellspuren seien sichergestellt worden. Ob das für eine Haaranalyse ausreicht, wird sich herausstellen. Die Spuren des Tieres führten zu einem bereits aperen Südhang im Gemeindegebiet von Nauders. Dort verliert sich allerdings die Fährte.

Bär zeigt keine Scheu vor Menschen
Vor M13 hatte Anfang April das Bozner Landesamt für Jagd und Fischerei gewarnt. Das Tier zeige wenig Scheu vor Menschen. Man solle sich nicht nähern, fotografieren, filmen oder gar füttern, hatte es geheißen. Im Unterschied zu anderen Artgenossen fliehe das Raubtier nicht vor Menschen.

Aus diesem Grund hatte der Bär im vergangenen Jahr in Ulten von der Landesjagdbehörde eingefangen und mit einem Sender-Halsband ausgestattet werden können. Mit diesem GPS-gestützten Gerät war es möglich, den Aufenthalt des Tieres und seine Bewegungen zu überwachen. Die Winterzeit verbrachte der Bär demnach in einsamen Gebieten an der Landesgrenze zwischen Südtirol und dem Trentino, ohne dass es zu Zwischenfällen kam.

Im Jänner verlor das Tier dann aber sein Halsband. Beobachtungen ergaben, dass der mittlerweile zwei Jahre alte Bär nun wieder unterwegs ist. Auf seiner Frühlingswanderung durchquerte er von Ulten kommend, wo er Mitte März von einem Jagdaufseher aus nächster Nähe fotografiert worden war, die Vinschger Talsohle. Anfang April sichtete ihn eine Bäuerin im Schnalstal. Tourengeher beobachteten ihn zuletzt am Talhang westlich von Schlanders, unweit des Reschenpasses und der jetzigen Sichtung.

Kärntner Braunbär gönnt sich Bienenstock-Jause
Ein weiterer Braunbär hat sich kürzlich an einer Waldlichtung im Kärntner Rosental eine Jause an einem Zuchtbienenstock gegönnt. Das gesamte Bienenvolk wurde durch den Hunger von Meister Petz, der sich an den nahrhaften Larven labte, ausgelöscht. Dem Hobby-Bienenzüchter Michael Allesch (Bild) aus Maria Wörth entstand ein Schaden von rund 500 Euro. Eindeutige Bärenspuren wurden durch den Regen der vergangenen Tage laut Polizei aber verwaschen.

Es handelt sich um die zweite dokumentierte Bienenjause eines Bären im südlichsten Bundesland 2012. Ende Februar hatte ein Bär bei St. Jakob im Rosental zugeschlagen. Ob es sich um dasselbe Exemplar handelt, ist unklar. "Ein Bienenstock ist für Bären ähnlich anziehend wie Konditoreien für Menschen, die Süßes mögen", erklärte Bärenbuchautor Hans Peter Sorger damals. In Kärnten gebe es vier Bären, die auch den Winter im südlichsten Bundesland verbringen. Der Rest sind laut Sorger "Besucher" aus Italien und Slowenien.

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