Di, 12. Dezember 2017

'Friedfertige Gründe'

08.04.2012 20:42

Mit dieser Rakete will Nordkorea ins Weltall

Mitte März hat Nordkorea mit der Ankündigung, eine Langstreckenrakete ins Weltall schießen zu wollen, für internationales Aufsehen und Beunruhigung gesorgt (siehe Infobox). Nun scheint das Regime ernst zu machen, wie eine Presseführung auf jenem Areal, von dem "Unha-3" samt Satellit starten soll, beweist. Die 91 Tonnen schwere Rakete ist demnach bereits so gut wie startbereit, schon bald soll mit dem Auftanken begonnen werden.

"Unser Land hat das Recht und sogar die Verpflichtung, Raketen und Satelliten zu entwickeln und ins Weltall zu befördern", erklärte Jang Myong Jin, Leiter von Nordkoreas Raketenstation in Tongchang-ri, Reportern der Nachrichtenagentur AP bei ihrer Besichtigungstour. Dabei berief er sich auch auf den Weltraumvertrag der Vereinten Nationen und versicherte: "Egal was andere behaupten, wir machen das nur aus friedfertigen Gründen."

Zur Feier des Staatsgründers
Der Start von "Unha-3" ist mit 12. bis 16. April genau während der Feierlichkeiten anlässlich des 100. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il Sung angekündigt worden. Mit an Bord der Rakete soll sich auch der Forschungssatellit "Kwangmyongsong-3" (Bild 5 und 6) befinden, der am Sonntag ebenso wie die stark an die 80er-Jahre erinnernde Kommandozentrale (Bild 7 und 8) erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der künstliche Himmelskörper soll in Zukunft den nordkoreanischen Forschern laut Jang genauere Wettervorhersagen ermöglichen und zudem die Suche nach natürlichen Ressourcen vereinfachen.

Glaubt man dem Leiter der Weltraumstation, so wurde der Start extra in den Westen des Landes verlegt, um "die Nachbarstaaten vor herunterregnendem Raketen-Müll zu verschonen". Vor allem Japan und Südkorea hatten ja bereits im Vorfeld angekündigt, alle Raketenteile, die auf ihr Territorium eindringen, abzuschießen.

Verstoß gegen UNO-Resolution?
Neben den beiden asiatischen Staaten hatten auch die USA den geplanten Raketenstart im Vorfeld scharf kritisiert. Es handle sich um einen Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die Pjöngjang den Einsatz von Langstreckenraketen jeder Art untersagen, betonten die Regierungen. Sie forderten Nordkorea auf, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen und auf den geplanten Raketenstart zu verzichten. China, Nordkoreas wichtigster Verbündeter, drängte hingegen alle Seiten, "eine konstruktive Rolle zu spielen".

Indes hat am Ostersonntag die Meldung, dass Nordkorea seine dritten Atomwaffentests vorbereite, für weitere Beunruhigung gesorgt (siehe Infobox). Auf jenem Gelände im Norden des Landes, auf dem bereits 2006 und 2009 Atomwaffen getestet worden waren, werde derzeit heimlich ein neuer unterirdischer Tunnel gebaut, erklärte ein südkoreanischer Regierungsvertreter in Seoul.

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